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Rückblick auf die vergangenen Jahre (2008)

In der Geschichte der Laufgruppe Niederamt halten wir Besonderes fest. Unsere Läuferinnen und Läufer sind auch als Fotografen unterwegs und bringen damit die Eindrücke von unterwegs den Daheimgebliebenen etwas näher.

Stöbere in der Vergangenheit und finde interessante Beiträge.

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Rückblick 2008


Berichte 2008

Chlauslauf Härkingen
Schlusshock
Ekiden
Hallwilerseelauf
Jungfrau-Marathon
Velofahren und Kultur
Jubiläumsanlass Waldseilgarten
Jubiläums-Staufberglauf
Bergwanderung
Zermatt-Marathon
LGT Alpin-Marathon
Schneeschuhtour Glaubenberg
Langlaufweekend Goms


Der Rückblick auf unser Jubiläumsjahr durch unsere Präsidentin Evelyne Scheuss. >>> Rückblick

Unser Gruppenleiter Christian Schlosser wurde am Montag, 17.11.08, stolzer Vater eines Sohnes Tim. - Wir gratulieren herzlich. - Geburtsanzeige.


17. Chlauslauf Härkingen

Nicht alle Jahre trifft der Gäuer-Chlauslauf genau auf den 6. Dezember. Heute aber konnte der schöne und abwechslungsreiche Waldlauf wieder einmal als „Richtiger Chlauslauf“ ausgetragen werden. Der von der LSG Olten alle Jahre durchgeführte Wettkampf wird auf einer Distanz von 5.1 km oder auf der längeren, 10.3 km messenden Runde angeboten. Für die Kategorie Piccolo/Piccola steht eine 500 m lange Waldstrecke, für die 9-13 jährigen Schülerinnen und Schüler eine 1‘100 m ausgesteckte Rundstrecke zur Auswahl. Auch eine Walking-Kategorie mit 5.2 km langer Wegstrecke gehört ins Angebot. Es waren auch dieses Jahr wieder einige Mitglieder der LG Niederamt im Wettkampfzentrum der Mehrzweckhalle Aesch beim Lösen der Startnummer anzutreffen.

Trotz misslichem Wetter, kalt, regnerisch und windig bei nur drei Grad plus machten sich um 14.00 Uhr doch eine stattliche Anzahl wetterfester Freizeitsportler auf die mit Pfützen gespickte Laufstrecke. Den zwischenzeitlichen Regen und die kühle Witterung spürte man aber schon nach wenigen Metern nicht mehr, denn die Körpertemperatur erreichte schnell ihre Betriebswärme. Nach dem anfänglichen Gedränge in den ersten Kurven beruhigte sich die Situation schnell einmal und man konnte sich auf sein eigenes Tempo konzentrieren. So bewältigte jede und jeder sein Rennen auf seine Art, alle im Ziel zufrieden über die erbrachte Leistung. Als Belohnung bekamen alle nach dem Zieleinlauf vom Samichlaus einen Grittibänz. Nach der aufwärmenden Dusche musste zuerst der aufkommende Hunger und Durst zufriedengestellt werden. Bei diversen Kuchen, Kaffee und anderen Leckereien wurde gespannt auf die Rangverkündigung gewartet. Mit drei Frauen auf den Podestplätzen und zwei 4. Rängen von total acht LGN-Teilnehmern konnte sich unsere Ausbeute sehen lassen, zumal die gleichen drei Preisträgerinnen auch noch bei der Startnummern-Verlosung Geschenke abholen durften. Es war ein würdiger Saisonabschluss und die bevorstehende Weihnachtspause mehr als verdient. Der LSG Olten ein herzliches Dankeschön für die gute Organisation und die tolle Stimmung.

Folgende LGN-Mitglider haben am Lauf teilgenommen:

Jogger 5.1 km
Dion Hans Ulrich, 25.58 Min., 12. Rang

Strecke 10.3 km
Wyss Sandra, 42.25 Min., 1. Rang - F 30
Baer Ursula, 52.20 Min., 4. Rang - F 40
Scheuss Evelyne, 52.26 Min., 1. Rang - F 50
Wyss Ingrid, 57.28 Min., 3. Rang - F 50
Haas Hanspeter, 42.11 Min., 10. Rang - M 40
Schacher Christian, 40.13 Min., 4. Rang - M 50
Wälti Heinz, 49.30 Min, 5. Rang - M 60

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Schlusshock oder warum «bunt» nicht gleich «farbig» bedeutet, 21. November 2008

Kurz nach sechs traf ich etwas ausser Atem zu Hause ein. Ich hätte noch einiges zu erledigen gehabt, das musste jetzt alles warten, denn... Ich kramte die Einladung zum Schlusshock hervor und da stand es schwarz auf giftgrün: Eintreffen ab 19.00 Uhr. Das wird knapp. Ich wandte mich einer Frage zu, die ich schon längere Zeit mehr oder weniger erfolgreich verdrängt hatte: Was ziehe ich an? Ich hatte dunkel in Erinnerung, etwas von einem bunten Abend gelesen zu haben. Und tatsächlich, da stand es, explizit und ausdrücklich: „Tenü bunt“. Ich öffnete meinen Kleiderschrank und fing an zu graben, grau, blau, schwarz, bordeau- und andere Rottöne waren die vorherrschenden Farben, aber galt das als bunt?! Als Nicht-Fastnächtlerin konnte ich nicht auf einen Fundus zurückgreifen, ich hatte kein Clown- oder Hexenkostüm, das zumindest in Teilen geeignet wäre. Ein Blick auf den Küchentisch liess mich aufatmen: meine Glasringe in allen Farben, damit konnte ich mich retten, wenn schon keine bunten Klamotten, dann wenigstens bunte Accessoires. Was noch? Sollte ich mir die Haare grün färben? Und die Augenbrauen rot – oder besser blau? Ich las die Einladung noch mal genau durch. Vielleicht gab’s es ein Schlupfloch, wie ich mich rausreden konnte. Das Motto: „Je bunter, desto fägt’s“ [sic]. Ich machte mir einen Moment lang ernsthaft Sorgen über die Deutschkenntnisse der Gruppe 3, hatte aber keine Zeit, mich an solchen Kleinigkeiten aufzuhalten. Die Zeit rannte, mittlerweile war’s halb sieben und ich hatte immer noch nichts gefunden. Die Lösung war vielleicht ganz einfach: Die farbigste Kleidung, die ich besass, waren meine Trainingskleider. Ich zog die Schubladen auf und siehe da: gelb, blau, rot funkelte es mir entgegen. Die Reflektorenbänder? Die Leuchtweste? Vielleicht etwas übertrieben, aber die LGN-Laufhose war genau das richtige: bunt und bequem. So, geschafft.

Punkt sieben stand ich vor dem Schützenhaus und stiess die Tür auf. Was sah ich da? Es blendete mich fast vor lauter Buntheit. Farbenfroh standen alle da: grelles Schwarz und leuchtendes Grau vermischte sich mit krass miteinander kontrastierenden Brauntönen. Eine bunt-fröhliche Gruppe stand da beim Apero zusammen und wetteiferte optisch um die farbig-leuchtendste Erscheinung. Raffinierte grau-schwarze Streifen standen mit knalligen Erdtönen im Wettstreit. Die gastgebende Gruppe 3 hatte sich offensichtlich auf die nicht zu toppende Farbkombination geeinigt: Abenteuerliches Schwarz kombiniert mit gewagtem dunkelschwarz, Wahnsinn! Selbst der Hund von Bettina war optisch perfekt an das Motto angepasst. Es war eine Farbenpracht, die einen van Gogh vor Neid hätte erblassen lassen. Allfällig anwesende Papageien wären in eine tiefe Depression gefallen und Goethe wäre verzweifelt nach Hause gefahren, um die Farbenlehre neu zu überdenken.

Eine Anfrage beim Institut für Biologie der Universität Basel hat keine eindeutige Antwort ergeben. Die Forschung ist sich bis dato nicht einig, ob die Gattung des gemeinen Niederamt-Läufers (cursor vulgaris niederamtensis) nur zum Schwarz-weiss-Sehen befähigt oder schlicht des Lesens nicht mächtig ist. Während die Lesefähigkeit auch von einem erwachsenem Exemplar innerhalb von wenigen Monaten erlernt werden kann, wäre das Manko, Farben nicht erkennen zu können, ein gravierenderes, müsste man dann der Evolution doch ein paar tausend Jahre Zeit lassen, um diesen Mangel zu beheben. Es ist zu hoffen, dass das Problem bei der Leseunfähigkeit liegt, denn sonst hätten die Armen die gelben und grünen Peperoni und die knallig-roten Peperoncini, die dezent-grünen Kapern, die rote Tomatensauce und die weissen Mozzarella-Stückchen sowie den frisch-gelben Mais nur in Grautönen bewundern können, und am Ende nicht nur (wie vorgewarnt) den Mozzarella mit dem Knoblauch verwechselt, sondern auch die Pilze mit den Artischocken oder die Peperoncini mit dem Schinken. Es klappte anscheinend ganz gut, waren doch alle zufrieden mit ihren selber belegten Pizzen, die wir à la discrétion kreieren und geniessen durften. Zusammen mit dem frisch-grünen Salat und dem feinen roten Wein ergab sich ein farbiges (!) Menu, das allen gut schmeckte und erst die ersten Gerüchte über das Dessert brachte manch einen dazu, die Pizza-Produktion einzustellen. Und es lohnte sich: Plötzlich wurde es dunkel und die Gruppe 3 marschierte mit einer Wunderkerzen-Torten-Parade auf, die selbst die verwegensten Dessert-Träume übertraf. Zusammen mit dem Kaffee mit oder ohne „avec“ mundeten die Torten köstlich und viel zu schnell neigte sich der Abend dem Ende zu, wobei wir alle froh waren, dass der angekündigte Meter Schnee noch nicht eingetroffen war.

Im Namen aller Gäste von diesem Schlusshock danke ich Heidi, Kathrin, Ruth, Silvia, Isa und Evelyne herzlich dafür, dass sie uns einen gemütlichen und unbeschwerten Abend beschert haben.

Karin Kissling

 

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Ekiden

1. Rang für Masters+-Team am Ekiden-Marathon

Einmal mehr benützten wir am Sonntag, 26. Oktober 2008 die Gelegenheit, das Erlebnis «Marathon» im Team zu bewältigen. Aufgrund der Anmeldungen startete eine Masters+- Mannschaft (unsere schnellen Herren über 50 Jahre) und eine Mixed-Gruppe (5 Damen, verstärkt mit Christian Schlosser - wo wäre sonst der Mixed-Effekt!). Nach den obligaten Gruppenfotos und dem Gesamtbild (wo wohl Christian Schlosser sich versteckt hält?) ging es individuell auf die «Piste» zum Aufwärmen, zum Einstimmen, zum Verweilen. Die einen vergnügten sich sogar bei Kaffee und Kuchen und das vor einem Marathon. Pünktlich um 10.00 Uhr fiel bei schönstem Herbstwetter und angenehmen Lauftemperaturen der Startschuss zur einzigen Marathon-Stafette in der Schweiz.

Pokal für das SiegerteamAls Startläufer preschten Christian Schacher (Masters+) und Zita Häfeli (Mixed) auf die Strecke in der „Langen Erle“ dem Flüsschen Wiese entlang. Nach 10'652 m übergaben sie den Bändel an Christoph von Arx (von Fritz Deppeler mental und auf der Strecke wohlvorbereitet) bzw. Karin Kissling, die auf dem 4'902 m-Abschnitt alle Kräfte mobilisierten. Für die nächsten 9'805 m machten sich Ueli Käser und Christian Schlosser bereit, die von Fritz Deppeler und Nadja Künzli abgelöst wurden und 4'902 m abspulten. Nochmals über die gleiche Distanz jagten Ruedi Künzli und Evelyne Scheuss, bevor Gerold Weibel und Veronika Grimm die noch verbleibenden 7'032 m bravourös bis ins Ziel zurücklegten. Unterwegs wurden die Läuferinnen und Läufer immer wieder von ihren Teamkolleginnen und –kollegen angefeuert, die zudem dafür besorgt waren, dass die sportlichen Impressionen auch im Bild festgehalten wurden. Und die zurückgelegten Zeiten dürfen sich wahrlich sehen lassen! Die lauferfahrenen Masters+-Herren wiesen eine Marathonzeit von 2:54’13 auf und das Mixed-Team eine Gesamtzeit von 3:10’39. Wie waren wir erfreut, als wir die Lautsprecherdurchsage hörten: «Und hier bringt mit langen Schritten F-Läufer Gerold Weibel den überlegenen Sieg der Masters+-Kategorie für das Team LG Niederamt ins Ziel.»

Beim anschliessenden Rangverlesen durfte unser glückliches Siegerteam stolz den Pokal entgegennehmen und zudem eine Tasche voller Naturalpreise nach Hause tragen. Das Mixed-Team rangierte auf dem ausgezeichneten 12. Platz von 59 Mannschaften.

Per SMS ist zudem die Kunde zu uns nach Riehen gelangt, dass unser Mitglied Sandra Wyss den hervorragenden 2. Rang am Lucerne Marathon belegt hat! Herzliche Gratulation!

Am Abend wurden diese sportlichen Erfolge gebührend gefeiert beim gemütlichen Zusammensein im Rest. Krone in Stüsslingen. Den Pokal haben wir, wie es sich gehört, mit Champus eingeweiht. Auch der Wirt freute sich mit uns und zeigte sich erkenntlich mit einer spendierten Runde Kaffee; herzlichen Dank. Freude und Befriedigung über das gemeinsam mit Laufkolleginnen und –kollegen Erreichte beschlossen einen sonnigen und fröhlichen Tag.

Evelyne Scheuss

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Hallwilerseelauf, 11. Oktober 2008

Auch dieses Jahr zeigte sich das Seetal von der besten Seite. Prächtiges Herbstwetter, angenehme Lauftemperaturen, motivierte Sportlerinnen und Sportler. So kann man den diesjährigen Hallwilerseelauf umschreiben. Entspannt, bequem und ohne Parkplatzsorgen konnte man mit der Bahn nach Beinwil reisen und zugleich die einzigartige nebelfreie Landschaft geniessen.

Die wunderbar am Seeufer angelegte Laufstrecke führt von Beinwil, nach Mosen, Aesch, Meisterschwanden, (Seerose) Tennwil, (Delphin) Seengen, Schloss Hallwyl, Boniswil, Alliswil, Birrwil und zurück nach Beinwil. Langsam aber sicher etabliert sich der Event zu einem der beliebesten Volksläufe der Schweiz. So kamen dieses Jahr über 6000 Läuferinnen und Läufer an den Start. Wie jedes Jahr bietet der Hallwilerseelauf für jeden eine ideale Plattform, Wettkampfluft zu schnuppern oder etwas für die Fitness zu tun. Neben dem Halbmarathon konnte auch in den Kategorien Jugendlauf, Teamlauf, Kurzlauf, Nordic Walking und Erlebnislauf gestartet werden, in verschiedenen Distanzen. Also ein reichhaltiges Angebot und für alle gab es Startmöglichkeiten.

Auch die Technik macht nicht halt am Hallwilerseelauf . Mit dem neuartigen Chip, der sehr bequem mit dem Klettband am linken Fussgelenk befestigt werden konnte, war kein Einschnüren in den Schuhbändel mehr nötig. Er sorgte für eine faire Zeitmessung, das heisst, die Zeitmessung beginnt erst, wenn die Startlinie überquert wird. Von den idealen Laufbedingungen durften auch die Läuferinnen und Läufer der LG Niederamt profitieren, die die Laufstrecke bravourös meisterten.

G. Weibel

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Jungfrau-Marathon, 6. September 2008

1. Teil

Teilnehmer: Zita Häfeli, Kaspar Ritz, Christian Schacher, Heinz Wälti, Hanspeter Haas, Richard Wälti

Es ist soweit, das zum Mountain Marathon-Cup zählende dritte und sogleich letzte Rennen steht mir, Zita und Kaspar bevor.Wie schon beim Zermatt Marathon reisen wir bereits am frühen Freitagabend nach Interlaken. Zita und ich holen dort die Startnummern ab und fahren mit dem nächsten Zug (inzwischen ist auch Evelyne zu uns gestossen) nach Wilderswil. Dort haben wir uns für die nächsten zwei Nächte im Hotel Alpenblick ein 3-Bett-Zimmer reserviert. Im etwas ältlichen aber charmanten Hotel werden wir freundlich empfangen, sogar unsere Namen sind auf einer grossen Tafel notiert mit den allerbesten Wünschen für gutes Gelingen beim Marathon. Nach einer Gemüsecrème-Suppe, 3 Teller Pasta und 2 Stück Kuchen streifen wir noch zu einem Verdauungsspaziergang durch’s nächtliche Wilderswil. Bevor wir unter die Duvets schlüpfen, werden wie immer alle notwendigen Laufutensilien bereitgelegt, um am Morgen möglichst schnell einsatzbereit zu sein.

Samstag, 6. September 2008: Tagwache um 6.30 Uhr, Morgenessen um 7.00 Uhr. Anschliessend WC-Besuch, Zähne putzen und Tasche packen mit Kleidern fürs Umziehen nach dem Duschen auf der Kleinen Scheidegg. Abmarschbereit um 7.35 Uhr. Nach 10-minütigem Fussmarsch besteigen wir um 7.49 Uhr den Zug in Wilderswil und fahren nach Interlaken Ost. Beim Dislozieren Richtung Startgelände treffen wir auf Kaspar und Hanspeter mit ihren Kollegen. Wir plaudern noch etwas, während wir unsere definitiven „Rennkleider“ montieren. Die Flüssigkeitszufuhr vom Morgenessen macht sich langsam in der Blase bemerkbar und so stellt sich jeder (ausser mir) in eine der verschiedenen Wartekolonnen vor den WC-Häuschen. Zita ist die einzige, die ich vor dem Start noch antreffe. Gemeinsam suchen wir im 4000-köpfigen Starterfeld die Startposition, welche etwa unserer Laufzeit entsprechen könnte. Ich reihe mich kurz vor dem Zeitschild 4 Std. 30 Min. ein. Meine Blicke schweifen in die Runde und suchen meinen Kollegen Kaspar, denn wir wollten eigentlich das Rennen gemeinsam angehen, wie schon bei den zwei vorangegangenen Marathons. Ich kann ihn aber nirgends sehen und mache mich daher um Punkt 9.00 Uhr bei schönstem Wetter und 20 Grad Wärme alleine auf den Weg.

Die Strecke verläuft zuerst in einer Zusatzschlaufe durch Interlaken und führt nach etwa 2.5 km nochmals über die Startlinie Richtung Bahnhof Interlaken Ost. Auf der Höhe des Bahnhofs erblicke ich Evelyne unter den Zuschauern. Auf meine Frage nach Kaspars Position gibt sie mir mit Handzeichen zu verstehen, dass er sich bereits etwa eine halbe Minute vor mir befindet. Ich schaue auf die Uhr, um meine Geschwindigkeit zu kontrollieren. Meine Vorgabe, die ersten 10 Kilometer bis Wilderswil im Schnitt von 4 Min. 30 Sek. pro Kilometer zu laufen, habe ich fast auf die Sekunde genau im Griff. Regelmässig verpflege ich mich aus der Flasche im Hüftgurt und nehme auch jedesmal von den offiziellen Verpflegungsposten einen Becher Wasser. Die Luft ist warm und schweisstreibend, einige Sportler sehen schon aus als wären sie unter einer Dusche durchgelaufen. Ich fühle mich gut, auch das Tempo stimmt, als ich nach 10 Kilometern die ersten Häuser von Wilderswil erreiche. Vom Applaus der Zuschauer und dem lauten Gebimmel der Kuhglocken getragen, schwebe ich fast wie auf Wolken durch die Häusergasse.

Endlich beginnt die Strecke anzusteigen. Auf einer langen Rampe ausserhalb des Dorfes erblicke ich weiter vorne Kaspar, ich erkenne ihn an seinem Laufstil. Ich gebe etwas mehr Gas, überhole etliche verdutzt dreinschauende Läufer und schliesse zu Kaspar auf. 11 Kilometer habe ich gebraucht, um 30 Sekunden Vorsprung aufzuholen. Fortan laufen wir gemeinsam weiter und erreichen auf kupierter Strecke über Gsteigwiler, Zweilütschinen und entlang der weissen Lütschine den Anstieg nach Lauterbrunnen. Plötzlich sehe ich einige Meter vor mir einen Läufer mit mir vertrauter Gangart, dazu einen blonden Haarschopf mit weissem Leibchen und dem Schriftzug Credit Suisse. Mein Kollege Richard Wälti ist also auch vor mir gestartet und versucht, eine Zeit knapp um die vier Stunden zu laufen. Ich presche zu ihm vor und wünsche ihm viel Glück für den weiteren Verlauf. Zu dritt durchlaufen wir die Hauptstrasse in Lauterbrunnen, umsäumt von vielen klatschenden Zuschauern und musizierenden Gruppen. Wie abgemacht, steht Evelyne, inzwischen mit Susanne als Verstärkung, am Ende des Dorfes bereit mit einem neu gefüllten Getränkebidon, den ich fliegend auswechsle. Guten Mutes und ohne Beschwerden mache ich mich auf die Zusatzrunde in Richtung Stechelberg. Bei der Halbmarathon-Marke notiere ich eine Zeit von 1‘41’08, etwas langsamer als gewollt, aber noch immer gut im Fahrplan, denn die entscheidenden Kilometer beginnen erst ab Lauterbrunnen bei Km 25. Bei der Talquerung muss ich kurz meine Blase entleeren, dabei überholen mich Kaspar und Richi wieder. Etwas „erleichtert“ beginne ich wieder mit der Aufholjagd und noch vor der Helikopterbasis schliesse ich zu ihnen auf. In zügigem Tempo, hinter Kaspar herhetzend, erreichen wir zum zweiten Mal Lauterbrunnen. Jetzt gilt es, Tempo wegnehmen und den Geländegang einschalten.

Ab sofort sind nur noch Waden- und Oberschenkelmuskulatur sowie eine gute Lunge gefragt. In sehr steilen Serpentinen führt der Zick-Zack-Weg hinauf nach Wengen. Um meine Wadenmuskulatur vor Krämpfen zu verschonen, beginne ich bewusst schon früh mit zügigem Marschieren. Von nun an versucht jeder selber, sein Tempo einzuteilen. Ich komme gut voran und kann einige „Marschierer“ hinter mir lassen. Noch bevor ich auf einen flacheren und kurz abwärts führenden Streckenteil gelange, merke ich die ersten Verkrampfungen in der Wade. Mit möglichst wenig Muskeleinsatz, mehr ein Huschen mit vorwärts schieben, versuche ich die etwas weniger steilen Wegpassagen zu bewältigen. Dabei ist mein Tempo merklich zurückgegangen und ich werde von einigen Läufern überholt. Das aufkommende Hungergefühl stille ich mit etwas Bouillon und Bananenstücken. Auf der nun gleichmässig ansteigenden Strasse nach Wengen quäle ich mich mit vorsichtigen Schritten hinauf. An der laut anfeuernden Zuschauermenge schleiche ich mehr schlecht als recht vorbei, einige persönliche Zurufe lassen mich aber nochmals auf die Zähne beissen und tragen mich weiter den Weg hoch. Es fällt mir auf, dass mich keine Läufer mehr überholen, sondern das Tempo stabil bleibt. Es kommt die Hoffnung auf, dass ich mich eventuell doch noch über die Distanz retten kann. Die nun wellenartig ansteigende und immer wieder über Brücken führende Strasse wirkt eintönig und trägt nicht gerade zu einem Stimmungshoch bei. Andere Läufer bekunden auch immer mehr Mühe. Während ich in meinem Schneckentempo vorwärts krieche, wechseln andere mit Marschieren und Rennen ab, dabei überholen wir uns gegenseitig immer wieder. Ich nähere mich auf der Wengernalp der Abzweigung Wixi, wo es dann steil hinauf zur Gletschermoräne in Richtung Eigergletscher aufsteigt. Der Weg wird schmal und uneben, unregelmässige Stufen mit Wurzeln und Steinen bespickt machen meinen Muskeln keine Freude.

2. Teil

So kommt es, wie es meistens bei mir kommen muss, ein blöder Tritt und der Wadenmuskel versteift sich. Ich muss meine Gangart auf „wandern wie auf Eiern“ umstellen. Jeden Schritt muss ich genauestens dosieren und den Fuss entsprechend vorsichtig aufsetzen. Zwischenzeitlich hat sich auch noch das Wetter verschlechtert, es ist dichter Nebel aufgezogen, von den Berggipfeln ist nichts mehr zu sehen. Der schmale Gratweg zieht sich unendlich in die Höhe und verschwindet in der grauen Wand. Die Krämpfe werden immer stärker, ich muss einige Male stehen bleiben, mich gegen den Hang abstützen und die Wadenmuskulatur dehnen. Meine angepeilte Laufzeit von 4‘15 Std. habe ich mir schon lange abgeschminkt, jetzt heisst es nur noch, ohne grösseren Schaden ins Ziel zu kommen.

Die Alphornbläser beim Beginn der Moräne können mich nur einen kurzen Moment ablenken, dann geht das Leiden weiter. Monika, Dätti, Ursi und andere Kollegen an der Wegstrecke fühlen mit mir und wünschen nochmals viel Glück für den Rest der Strecke. Eigentlich fühle ich mich körperlich noch nicht überfordert, mein Atem geht ruhig und genug Energie ist auch noch vorhanden, aber die verd...... Waden machen nicht mit. Nach unendlich lang scheinender Zeit höre ich die lauter werdende Klänge des Dudelsack-Bläsers, der jedes Jahr zuoberst am Moränen-Ende für etwas musikalische Unterhaltung sorgt. Zugleich ist es das sichere Zeichen, dass bald der letzte abwärtsführende Kilometer bis ins Ziel beginnt. Humpelnd und mit schmerzverzerrter Miene versuche ich in einen langsamen Dauerlauf zu wechseln, es gelingt mir nicht. Sofort zieht sich die Muskulatur wieder zusammen und meine Beine fühlen sich an wie zu Stein erstarrt. Ich muss wieder anhalten und dehnen. In diesem Moment holt mich Kaspar ein, er bleibt kurz bei mir stehen und erkundigt sich nach meinem Befinden. Ich winke ab und gebe ihm zu verstehen, dass er nicht helfen kann. Er nickt und rennt weiter in Richtung Ziel auf der Kleinen Scheidegg.

Huschend, hinkend und enttäuscht erreiche ich schlussendlich das Ziel in 4‘28’39 Std., was mir in der Kategorie den 45. Rang einbringt. Was ich aber noch nicht weiss, ist, ob ich meinen 2. Platz in der Zwischenrangliste des MMC verteidigen konnte oder ob die 12 Minuten Vorsprung nicht genug waren. Es hat gereicht, Evelyne hat mir die gute Botschaft etwas später mitgeteilt. Im Ziel gratuliere ich Kaspar zu seinem Erfolg und gemeinsam stossen wir an der „Skibar“, noch vor dem Duschen, mit einem Becher Bier auf unsere Leistung an. Wir haben es geschafft, innerhalb von drei Monaten 3 Bergmarathons mit insgesamt 126 Kilometern und 5‘573 Höhenmetern zu bewältigen. Eine Leistung, auf die wir drei, -Zita, Kaspar und ich- alle ein bisschen stolz sein dürfen.

Mit diesem Anlass haben wir unser diesjähriges Hauptziel, die drei Marathons im gleichen Jahr zu bestehen, erreicht. Trotz allen Strapazen war es wiederum ein wunderschönes Erlebnis, das ich nicht missen möchte.

Autor: Christian Schacher

Hier noch die Resultate aller LGN-Teilehmer am Jungfrau-Marathon:

Kaspar Ritz 4‘27‘08
Christian Schacher 4‘28‘39
H
anspeter Haas 4‘34‘58
Zita Häfeli 5‘08‘46
Heinz Wälti 5‘08‘24
Cornelia Hausheer 5‘26‘12

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Velo fahren und viel Kultur

Der Walterswiler Christian Hunn war mit dem Rennvelo in Deutschland unterwegs Diesen Sommer war der Walterswiler Rennvelofahrer 5 Wochen mit seinem Velo unterwegs. Diesmal stand das deutsche Nachbarland im Zentrum seines Ausflugs. In der ersten Woche fuhr Christian Hunn von Walterswil nach Potsdam und legte dabei nicht weniger als 1171 Kilometer zurück. In Potsdam konnte Hunn während zweieinhalb Tagen die kulturellen Sehenswürdigkeiten dieser Stadt geniessen. Besonders gut gefallen hat dem Walterswiler das Unesco-Weltkulturerbe, das Schloss Sans-Souci. In der zweiten Woche absolvierte der Walterswiler mit seinem Rennvelo weitere 561 Kilometer. Ausgehend von Potsdam, fuhr er nach Usedom und in der Folge erreichte er die interessante Stadt Greifswald. Über Polen radelte der Walterswiler zur schönen Insel Rügen, die früher ebenfalls zur DDR gehörte. Auf der Hittenseeinsel war die Natur pur zu erleben. Christian Hunn war beeindruckt davon, dass auf dieser Insel keine Autos verkehren. Die Besucher müssen jeweils ihre Autos in Greifswald oder Stralsund abstellen und danach mit dem Schiff auf Rügen fahren. Auf der Hittenseeinsel war Hunn ausserdem der Einzige, der mit einem Rennvelo unterwegs war – alle anderen verkehrten mit gemieteten Mountainbikes. Beeindruckt war Christian Hunn von den drei kleinen Dörfern, die auf der Hittenseeinsel vorhanden sind. Neben Neudorf und Vite, wo der Walterswiler Velofahrer dreimal übernachtete, imponierte ihm auch das Dorf Klosters, das vor allem von Künstlern und Kunstinteressierten gerne frequentiert wird. Christian Hunn war ausserdem erstaunt darüber, dass er auf der Hittenseeinsel viele Leute aus Zofingen und Baden kennen lernte.

Nachdem Christian Hunn in der dritten Woche mit dem Schiff nach Stralsund gefahren war, legte er auf dem Velo die 91 Kilometer lange Strecke nach Rostock zurück. Über Wismar erreichte er seinen nächsten Zielort Lübeck nur auf Umwegen. An jenem Ort, wo einst kurz vor Lübeck eine Brücke gestanden hatte, war vor einiger Zeit ein Tunnel gebaut worden, der aber über keinerlei Durchgang für Velofahrer oder Fussgänger verfügte. Wie alle anderen Velofahrer oder Fussgänger musste Hunn diesen Tunnel mit dem Bus passieren, um nach Lübeck zu gelangen. Über die Lüneburger Heide fuhr Hunn schliesslich nach Wolfsburg. Damit hatte er in der dritten Woche insgesamt 500 Kilometer auf dem Velo zurückgelegt. Die vierte Woche nutzte Christian Hunn in Wolfsburg für den Besuch von Bekannten. In dieser Zeit besichtigte er das Mühle-Museum in Hannover oder wanderte auch im wundervollen Harzgebirge. Nicht weniger als 1171 Kilometer absolvierte Christian Hunn in der fünften Woche auf seinem Rennvelo, als er von Wolfsburg nach Walterswil zurückkehrte. Über zahlreiche Ortschaften der ehemaligen DDR, über das bekannte Eisenach und über die idyllische Weinstrasse gelangte der Ausdauersportler nach Strasbourg und über das malerische Elsass erreichte er in Basel wieder heimischen Boden. Am Schluss dieser fünf Wochen, in denen er sich während drei Wochen ganz auf das Velofahren und zwei Wochen lang auf kulturelle Eindrücke konzentriert hatte, hatte Christian Hunn insgesamt 3419 Kilometer auf dem Rennvelo zurückgelegt. Insgesamt hatte er für diese Velostrecke 141 Stunden benötigt.

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Jubiläumsanlass - Waldseilgarten Rütihof

Dieses Jahr feiert die Laufgruppe Niederamt ihr 10-jähriges Jubiläum!

Das muss gefeiert werden. Doch wie es sich für einen sportlich engagierten Verein geziemt, wo Aktivität und Ausdauer gross geschrieben wird, ist eine solche Feier nicht wirklich abgerundet, wenn nicht auch etwas Energie, Geschicklichkeit und Wagemut investiert werden darf.

So hat sich der Vorstand entschieden, vor dem ordentlichen Abendessen auf dem Rütihof in Gränichen, für jene die Lust auf etwas Abenteuer und Action haben, den Waldseilgarten direkt beim Rütihof zu besuchen.

24 Vereinsmitglieder sind diesem Angebot gefolgt. Es war ein riesiger Spass und ein eindrückliches Erlebnis, vorallem für jene Läuferinnen und Läufer, die sonst eher Erdgebunden ihren Sport ausüben. Sechs Parcours lassen jedem Besucher einen guten Einblick in die Faszination des Kletterns geben. Kletterfreunden schlägt das Herz sicher höher, spätestens auf dem schwierigsten Teil in den Stahlseilen des am höchsten angelegten Bereichs, 12 m über dem Waldboden mitten in den Bäumen des Gränicher Waldstücks.

Das feucht nasse Wetter trug das seine dazu bei, dass mit sehr hoher Konzentration und Vorsicht geklettert werden musste. Eigentlich wird sowieso schon viel in die Sicherheit investiert. So ist jeder Kletterer doch immer an zwei Hacken an Stahlseilen gesichert (sofern jeweils die Hacken vom Kletterer auch regelkonform eingerastet werden). Diese Sicherheit macht es einem leichter, aufkommende Ängste in schwierigen Passagen zu erdulden oder Unkonzentriertheiten bei Müdigkeit zu tollerieren.

In den Seilen hängen macht auch richtig Spass! Das „Kletter-Gschtältli“ trägt jeden sicher und einigermassen bequem von Baum zu Baum, wenn es über Gurten via Hacken und Rollen am Stahlseil eingehängt in leichter Neigung gerade wie in einer kleinen Seilbahn abwärts geht. Zwischendurch lassen sich die Kletterfreudigen wie Äffchen an Gummireifen hin und her schwingend beobachten. Dann folgt eine Übung, wo es darum geht, sich an ein frei hängendes Seil zu klammern und in rasantem Schwung in ein fixiertes Netz zu fliegen, gerade wie ein Fisch ins Fangnetz! Dann kommen frei hängende längs und quer Holze, die es zu traversieren gilt. Später ein ungefähr 3 m langes Teilstück, wo man sich frei hangelnd lediglich an Griffen klammernd, sein ganzes eigens Körpergewicht spührend, zur nächsten Tanne hinüber bugsiert.

Die kühnsten und wagemutigsten der Laufgruppenmitglieder schafften dann auch alle sechs Schwierigkeitsstufen und können sich jetzt zu recht „Waldseilläufer“ nennen. Aber zum Schluss waren dann doch alle Kletterer einigermassen erschöpft und froh, den zweiten Teil des Jubiläumsanlasses in Angriff nehmen zu können.

Bei fröhlichem Beisammensein gönnte sich der Verein einen sogenannten Tartarenhut Schmaus, ein Leckerbissen welcher auf dem Rütihof als Spezialität angeboten wird. Dazu gesellten sich dann auch jene Vereinsmitglieder, die dem Treiben im Waldseilgarten nicht beiwohnten. Es wurde natürlich rege erzählt und geschossene Fotos betrachtet, von den lustigen und aufregenden Erlebnissen des Tages und auch der letzten 10 Jahre, welche die Laufgruppe Niederamt als Verein nun schon existiert. Interessierte können die Bilder unter www.lgniederamt.ch betrachten

Alles in allem ein gelungener Anlass zum Jubiläum! Der LGN Vorstand wünscht unserem Verein noch viele solcher Feste mit all den engagierten und aktiven Mitgliedern, wie wir sie heute aufweisen dürfen.

Stauber Beat Leiter PR & Presse


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Jubiläums-Staufberglauf, 17. August 2008

Der Staufberg überragt das Dorf Staufen an seinem Fusse um über 100 Meter. Zum Glück für die Mehrheit der Läufer und Läuferinnen musste auch beim diesjährigen, dem zwanzigsten Staufberglauf, also einem Jubliäumsanlass, der Staufberg nicht viermal überquert, sondern bloss viermal umlaufen werden. Auch unsere drei teilnehmenden LGN-Mitglieder Heinz, Ursula und Nadja werden das den Organisatoren zu danken wissen. Wobei - beim vierfachen Umlaufen machen dann auch alle immerhin 8 Kilometer.

Als einziger Supporter für drei LGN-Miglieder hatte ich auch einen schweisstreibenden Vormittag. Kaum angekommen, zog ich mich zum Joggen um. Heute waren mit ärztlicher Erlaubnis und ohne Rechenfehler weitere zusätzliche 4 Minuten und damit insgesamt 44 Minuten Laufen auf dem Programm. Dul-X-los, das hatte ich bloss in der Nase, tuckerte ich auf der Walkingstrecke los. Mit perfekten Zeitbudget und ohne mich zu verlaufen erreichte auch ich das Ziel noch eine halbe Stunde vor dem Start des Hauptfeldes. Beinahe wäre ich dummerweise noch über die Ziellinie gelaufen und hätte so wahrscheinlich die Zeitmessung zumindest irritiert.

Rechtzeitig vor dem Start spazierte ich, verkleidet als Supporter und Fotograf hinter den Staufberg. Dort fand ich einen geeigneten Hinterhalt für Schnappschüsse. Gleichzeitig versuchte ich unsere drei LGN-Mitglieder anzufeuern und abzulichten. Trotzdem und im Rückblick vermute ich, dass das Mitrennen wahrscheinlich anstrengender war.

Viermal liefen die Drei an mir vorbei. Anfangs lag Nadja mit einem schnellen Start vor Heinz und Ursula. Unser Langsamstarter Heinz machte aber seinen Rückstand auf Nadja bis in die dritte Runde wett und überholte sie dann. Ursula lief ein regelmässiges Rennen und klassierte sich im Mittelfeld der spätjugendlichen Damen.

Der lauferfahrene Heinz ging das Rennen gewohnt sorgfältig, also vorsichtig an und steigerte seinen Rhythmus zunehmend. Das brachte ihm bei den M70 den dritten Rang ein.

Nadja startete recht schnell und lieferte einer gleichaltrigen Konkurrentin sozusagen während des ganzen Rennens einen Zweikampf mit zahlreichen Positionswechseln. Auf dem letzten Kilometer gelang es Nadja dann, ihre Gegnerin noch zu überspurten und erreichte so ebenfalls den dritten Rang.

Die Zeiten:

Heinz: 36:03,6
Ursula: 37:56,3
Nadja: 36:25,5

Der Dreifach-Supporter der LGN
Ruedi Künzli

Nachbemerkungen:

Genau genommen habe ich auch noch Herbert angefeuert. Er benötigte eine Runde, bis ihm mein Name einfiel. Das bei erhöhtem Sauerstoffverbrauch der Muskeln, was ja bekanntlich für die Hirnaktivitäten nicht förderlich ist. Zugegeben - so lange dauerte es bei mir ebenfalls, bis mir sein Name wieder einfiel. Und mein Gehirn musste den Sauerstoff nicht mit meinen Muskeln teilen.

Ausserdem heizte ich auch Walter wie am GP Bern ein. Wie am GP Bern hat Walter aber wahrscheinlich weder etwas gehört noch gesehen. Wie findet Walter bloss ins Ziel? - Er sieht nichts. Mit Echolot laufen funktioniert auch nicht. Vermutlich reiner Instinkt.

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Bergwanderung zur Claridenhütte vom 16./17. August 2008

19 Mitglieder der Laufgruppe Niederamt trafen sich am Samstagmorgen, 16. August 2008 am Bahnhof Olten für die 11. zweitägige Bergwanderung. 
Über Zürich, wo wir eine halbstündige Kaffeepause im Hauptbahnhof verbrachten, erreichten wir um 0.00 Uhr Linthal. Von dort wurden wir mittels Taxi zum Start der Wanderung zur Reitimatt auf 810 m.ü.M. transportiert. Das Tagesziel war die Claridenhütte (2‘450 m), welche in ca. 9.5 Km und mit 1‘700 Höhenmetern zu erreichen ist.

Nach den ausführlichen Wanderinstruktionen unseres kundigen Führers Christian Schacher marschierten wir gemütlich im Schatten des Waldes mit konstanter Steigung hoch auf 1‘100 m.ü.M. Aus dem Wald herauskommend, eröffnete sich eine wunderbare Sicht links hinunter auf Tierfed mit dem künstlichen Wasserbecken, nach vorne auf den Gemsistock (2‘430 m) und linkerhand auf der andern Talseite die weiss verschneiten Bergzüge Selbsanft und Schiben. Bereits hier vermuteten wir richtigerweise, dass uns das Schneestampfen nicht erspart bleiben wird! 

Nach gut 2 h Wanderzeit, bei Sonnenschein und warmer Temperatur, war um 13.00 Uhr auf ca. 1‘680 m.ü.M. Mittagessen angesagt. Wir genossen die wohlverdiente Stärkung und liefen nach etwa 30 Minuten Pause wieder los. Wie letztes Jahr, sorgte der Topmoderator von Radio H für gute Unterhaltung. Der nun folgende Wegteil war nspruchsvoller und wir stiegen im Tal zwischen Gemsi- und Rotstock auf Bergwegen über Stock und Stein resp. Bachbett hoch in Richtung Claridenhütte.

Auf ca. 2‘300  m.ü.M., nach steilem Aufstieg, erreichten wir das imposante Talende mit dem erwarteten Schneefeld und Blick auf den Clariden (3‘267 m) und rechterhand den Gemsfairenstock (2‘972 m). Hier zeigte sich auch schon das Dach unseres Zieles und wir gönnten uns vor dem Endspurt noch eine kurze Pause im Schnee. Wie zu erwarten, hat sich während dieser kurzen Rast eine Schneeballschlacht mit „zufälligem“ Ziel auf Zita entwickelt. Beobachtet von den zwei nach kühlem Bier lechzen den Vorspurern Denis und Kaspar, konnte sich Zita erfolgreich verteidigen. Danach, mit neuer Energie, stiegen wir den letzten Teil im Schnee, entlang einer engen Felspassage zur Claridenhütte hoch, welche wir um ca. 15.00 Uhr erreichten. Dort verbrachten wir bei Bier, Wein und Sonnenschein die verbleibenden Stunden bis zum Abendes sen. Einige versuchten sich glücklos mit der Suche nach den Jaks (Rinderart aus Zentralasien), welche sich in naher Umgebung aufhalten sollen oder erkundigten die schöne Umgebung rund um die Hütte, teils Barfuss mit mehr oder weniger Erfolg (gestauchte Zehe).

Nach lebhafter Unterhaltung nach dem Abendessen untereinander und mit anderen Übernachtenden war es dann kurz vor 22.00 Uhr an der Zeit, im 20er-Bettzimmer die wohlverdiente Ruhe zu suchen. Einigen gelang dies sehr rasch und gut, andere kämpften sich gegen Hitzestau und unterschiedlichste Schnarchrhythmen durch die Nacht. Am nächsten Morgen nach ausgiebigem Frühstück war um 8.00 Uhr Abmarsch Richtung Fridolinshütte. Dieser wurde zu unserer Überraschung von 3 Jaks beobachtet, welche sich am Morgen oberhalb der Hütte aufhielten.

Nach dem obligaten Gruppenphoto liefen wir ca. 40 Minuten noch mal 100 m im Schnee hoch und erreichten dann die Beggilücke. Dort war nun endlich der Tödi (3‘614 m) zu erblicken, welcher durch seine eigene Form beeindruckte. Weiter ging es nach einer kurzen Pause gut eine Stunde hinunter nach Ober Sand. Dieser Bergweg war sehr anspruchsvoll und kräfteraubend. Dadurch entschied sich ein Teil der Wandergruppe nicht mehr zur Fridolinshütte hoch zu steigen, sondern direkt hinunter nach Tierfed.

Diese „Splittergruppe“ nahm den äusserst steilen, aber interessanten Abstieg - immer das Ziel „Hinter Sand“ weit unten im Blickfeld - unter die Füsse. Man konnte kaum erahnen, dass in dieser steilen Felspartie – durchwachsen mit Gebüschen und Gräsern – ein Weg zu Tal führt. Auf Hinter Sand angekommen, machten diese die wohlverdiente Mittagspause in der Nähe des kleinen Stausees. Zum Dessert gabs einen Milchshake, frisch ab „Blech“-Kuh. Weiter gings auf dem Fahrsträsschen runter, über die berühmte Pantenbrugg, bis nach Tierfed. Hier angelangt entschlossen sich drei der „Splittergruppe“ mit dem Taxi bis nach Linthal chauffiert zu werden und vier Unentwegte nahmen den Weg von Tierfed bis Linthal zu Fuss in Angriff. Leider war mit „locker dem Bächli entlang runter, ca. 1 Stunde“ nichts gewesen: Ab und gäch hinauf gings, über Weiden, über Bäche, durch Wälder und über Kiesfelder zog sich der Weg während fast 2 Stunden – mit und ohne Regencape – durch das schmale Tal bis zu unserem Ziel. Dort trafen wir den Rest der Wanderschar dann beim gemütlichen Umtrunk auf uns wartend an. Die noch „fitteren“ Läufer kletterten von Ober Sand auf 1‘900 m.ü.M. wieder hoch auf 2‘300 m.ü.M. zur Fridolinshütte. Der Bergweg war anspruchsvoll und abwechslungsreich. Nebst schönem Panorama rund um den Tödi und talauswärts nach Tierfed, begegneten wir noch einem Alpaufzug mit ca. 200 blökenden Schafen, gut unter Kontrolle des Hirtenhundes.

Bei der schönen und modern eingerichteten Fridolinshütte, just zum Mittagessen angekommen, entschieden sich die meisten, das Mittagessen von der Karte und nicht aus dem Rucksack einzunehmen. Rösti, Spiegelei und Plättli waren der Hauptgang. Zum Dessert gab es selbstgebackenen Kuchen und zum Trinken eine riesige Tasse Kaffee oder ein kühles Bier.

Da auch hier die Kälte und das schlechte Wetter zunahmen, begannen wir schon bald gut ernährt mit neuen Kräften den Abstieg zurück nach Tierfed. Dieser sehr steile und durch enge und teils bachbettähnliche Passagen führende Weg war anspruchsvoll und beanspruchte die Oberschenkelmuskulatur (erst am nächsten Tag spürbar) und Kniegelenke.Auch das Wetter hat es mit uns gut gemeint, begann es doch erst kurz vor Tierfed, am Ende der Wanderung, leicht zu regnen, so dass wir mehr oder weniger trocken mit dem Taxi ca. um 16.00 Uhr wieder Linthal erreichten.

Nach einer schönen Wanderleistung mit guter Unterhaltung und vielem Lachen, reisten wir dann müde und zufrieden von Linthal über Zürich nach Olten zurück.

Herzlichen Dank an alle, die zum schönen Erlebnis beigetragen haben, vor allem Christian Schacher für die sichere und gut organisierte Routenplanung.

Kaspar Ritz, August 2008

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Zermatt Marathon, 5. Juli 2008

Teilnehmer: Ursula Baer, Zita Häfeli, Kaspar Ritz, Christian Schacher

Es ist erst drei Wochen her, da absolvierte ich den LGT Alpin Marathon in Liechtenstein, jetzt stehe ich zusammen mit Zita, Ursula und Kaspar am Start des Zermatt Marathon in St. Niklaus. Warum schon wieder einen solchen harten Berglauf!? Der Grund ist, dass sich Zita, Kaspar und ich nach dem Abenteuer Swiss Jura Marathon vor zwei Jahren ein neues Ziel gesetzt haben, nämlich den Mountain-Marathon Cup 2008 zu laufen. Dieser umfasst die drei Marathons von Liechtenstein, Zermatt und Jungfrau. Die Zeiten der drei Läufe mit insgesamt 126.5 km Länge und 5‘573 Höhenmetern werden addiert und das Ergebnis als separate Wertung geführt.

Heute heisst es also, den Marathon zu überstehen, damit der Startplatz für den Jungfrau-Marathon gesichert ist. Denn nur wer die ersten zwei Rennen in der vorgeschriebenen Zeit beendet, hat Anrecht auf einen Startplatz am Jungfrau-Marathon.

Um uns nicht allzusehr zu stressen, sind wir bereits am Freitagabend nach Zermatt gereist und haben uns im Hotel Derby, zwei Minuten vom Bahnhof entfernt, einquartiert. Infolge eines Zugdefektes in Bern wurde unsere Anreise etwas verzögert und Ursula musste in Visp mit dem Verteilen der extra für uns abgeholten Startnummern noch etwas zuwarten. Bei der Fahrt mit der Bahn durch das Mattertal versuchten wir bereits, Anzeichen der Streckenführung auszumachen.

Es war schon gegen halb neun, als wir im Hotel eintrafen. Wir deponierten nur schnell unser Gepäck im Zimmer und setzten uns dann im Speisesaal zu Tische, um ein möglichst geeignetes Sportlermenü aus der reichhaltigen Speisekarte zu wählen. Gestärkt für den nächsten Tag und mit der nötigen Bettschwere legten wir uns gegen Mitternacht in die Federn. Die für den Lauftag benötigten Utensilien legten wir aber vorher noch fein säuberlich bereit, inkl. der montierten Startnummer.

Tagwache gegen sechs Uhr, Morgenessen um halb sieben. Im Speisesaal tummelt sich eine Schar junger italienischer Skirennfahrer, die noch schlaftrunken aus ihren Skianzügen blinzeln. Nach drei Butterbroten und ebenso vielen Tassen Kaffee bin ich genug gestärkt für das Abenteuer Marathon.

Um 7.35 Uhr besteigen wir den Zug Richtung St. Niklaus. Bis zur Station Randa ist im Zug kein Steh- und Sitzplatz mehr frei. Kurz nach der Abfahrt kommt der Zug wie-der zum Stillstand und eine Stimme aus dem Lautsprecher gibt uns zu verstehen, dass der Zug überladen ist und so nicht weiterfahren kann. Langsam kriecht der Zug wieder zurück zum Bahnhof in Randa. Es müssen einige Personen aussteigen und den etwas später fahrenden Extrazug benützen. Noch rechtzeitig treffen wir in St. Niklaus ein.

Das Wetter ist schön und es droht, eine Hitzeschlacht zu werden. Nach dem obligaten Gang zur Toilette und einem 20-minütigen Einlaufen stellen wir uns in die Masse der 1‘700 Startenden. Noch beim Warten auf den Startschuss bekomme ich das Ge-fühl von Hunger. Immerhin sind seit dem Morgenessen schon wieder drei Stunden vergangen. Mit dem Gedanken, beim ersten Verpflegungsstand etwas Essbares zu ergattern, setze ich mich nach der Startfreigabe in Bewegung. Innert kurzer Zeit ist von den schnelleren Läufern nichts mehr zu sehen, dafür müssen wir bereits die kurz vor uns gestarteten Teamläufer/-innen im Zickzack überholen. Wie immer an solchen Läufen gibt es wieder etliche Personen, die ihr Zeitgefühl nicht im Griff haben und entweder zu weit vorne starten oder das Rennen viel zu schnell angehen. Das Feld zieht sich langsam auseinander und so kann ich die Gegend etwas intensiver beo-bachten. Es gibt wunderschön bepflanzte Gärten und blumengeschmückte Balkone zu sehen. Die Zuschauer am Wegrand und in den vorbeifahrenden Zügen winken und klatschen uns Beifall. Immer wieder wird mein Name gerufen (er ist gross auf der Startnummer aufgedruckt) und sie schicken mich mit aufmunternden Worten auf den Weiterweg. Die erste Hälfte der Strecke zieht sich meist zwischen der Mattervispa und der Bahn aufwärts in Richtung Zermatt, beidseitig umrahmt von den steil aufragenden Bergflanken der berühmten Walliser Viertausendern, von denen ich auch schon einige bestiegen habe.

Kaspar und ich kommen gut voran, auch mein Hungergefühl konnte ich inzwischen mit etwas Bananen und Sportriegeln eindämmen. Die Temperatur steigt ständig an und wir müssen an den zahlreich eingerichteten Getränkestellen viel trinken, um nicht zu dehydrieren. Kurz vor Randa führt der Weg direkt am Fuss des Schuttkegels vom Bergsturz 1991 vorbei, wo sich riesige Felsbrocken bis zum Bach hin auftürmen. In Täsch führt die Strecke mitten durchs Dorf mit vielen Zuschauern. Anschliessend auf einer etwas zermürbenden Asphaltstrasse stetig aufwärts, sogar durch einen Tunnel. Kurz zuvor muss eine Pinkelpause eingeschaltet werden, auch das muss sein. Dann aber geht es hinunter und über den Hostäg auf die andere Seite der Mattervispa. Jetzt gefällt mir die Strecke wieder besser, denn sie führt durch Wiesen und Naturwege oberhalb des eingetunnelten Bahntrassées. Auf einem kurzen steilen Bergweg trabe ich locker an einigen Läufern vorbei, da diese bereits zu marschieren beginnen. Auf einmal wird der Blick auf Zermatt frei mit seinen gewaltigen Bergmas-siven im Hintergrund. Es ist eine eindrückliche Kulisse, die sich da präsentiert. Ich bin immer wieder beeindruckt von diesen Bergriesen und noch heute ein begeisterter Bergwanderer! Manchmal trauere ich den vergangenen Gipfelbesteigungen etwas nach. Jetzt konzentriere ich mich wieder auf den talwärts führenden Weg hinunter nach Zermatt. Evelyne erkennt mich schon von Weitem und hat die auszutauschende Getränkeflasche schon bereit. Ein kurzes Dankeschön, den Worten von ihr „Heb sorg, machs guet“, und schon tauche ich in der Zuschauermenge auf der Dorfstrasse in Zermatt unter.

Die erste Hälfte der Distanz ist geschafft, die Zweite mit ihren 1‘500 Höhenmetern steht mir noch bevor. Auf der zwei Kilometer langen Zusatzschlaufe in Zermatt stärke ich mich nochmals mit Banane und Riegel, dann biege ich in die Strasse ab, wo es nur noch aufwärts geht, ca. 700 Höhenmeter bis zur Bergstation Sunnegga. Ab und zu überholt mich ein Läufer, aber alles solche, die den Staffellauf absolvieren und in Zermatt gestartet sind. Nach etwa der Hälfte hinauf zur Sunnegga beginne ich abwechslungsweise zu marschieren, um meinen immer wiederkehrenden Waden-krämpfen etwas vorzubeugen. Bis Sunnegga, Kilometer 32, scheint es zu funktionieren. Kaum geht es einige Meter nach unten, sind aber die ersten Krampfanzeichen da. Zum Glück steigt der Weg nach kurzer Zeit wieder an und ich kann mit gelegentlichem Marschieren meine Waden wieder etwas entspannen. Doch auf der Abwärtsstrecke über Gant bis Riffelalp ist es dann doch soweit, dass meine Gangart immer verkrampfter und die Schritte kürzer werden, mit gelegentlich kurzen Dehnstopps. Natürlich werde ich jetzt von Zeit zu Zeit von Mitkonkurrenten überholt, die scheinbar locker drauf sind. Ich beisse mich durch und erreiche nach ca. 4 Stunden die Riffelalp auf 2‘211m Höhe, 39 Kilometer habe ich jetzt hinter mir. Nun folgt aber auf den letzten drei Kilometern das Dessert, ca. 400 Meter Aufstieg entlang dem Bahntrassee. Es wird ein qualvoller Weg, auf dem ich mehrheitlich nur noch marschieren kann. Anderen Läufern geht es nicht besser, die dünnere Luft, die Hitze und die Müdigkeit machen dem Körper allgemein zu schaffen. Im steilsten Stück vermag keiner mehr zu springen. Jeder versucht auf seine Art, so schnell wie möglich vorwärts zu kommen. Endlich ist der höchste Punkt auf Riffelberg erreicht, denke ich. Aber was sehe ich da vor meinem geistigen Auge: Die Strecke führt in einem etwa 500 Meter langen Bogen nochmals über eine Erhebung und erst dann ins Ziel hinunter. Ich muss meinen letzten inneren Schweinehund überwinden und mehr schleichend als laufend stehe ich diese letzte Anstrengung durch.

Nach 4 Stunden, 27 Minuten und 41 Sekunden überquere ich den Zielstrich auf Riffelberg. Müde, aber total glücklich sauge ich endlich das wunderschöne Alpenpanorama in mich auf. Etwas stolz bin ich schon auf meine Leistung, habe ich doch erst vor drei Wochen den LGT Alpin Marathon gelaufen.

Kaspar Ritz ist ab Zermatt sein eigenes Rennen gelaufen und ist nur 13 Minuten hinter mir im Ziel eingetroffen. Zusammen mit einem Bier anstossend und dem Matterhorn im Hintergrund haben wir abgemacht, diesen Akt auch zum dritten Mal nach dem Jungfrau Marathon im September zu wiederholen. Später können wir auch Zita zu ihrem Erfolg gratulieren, Ursula musste leider unterwegs Richtung Sunnegga wegen Magenkrämpfen und Schwächegefühlen schweren Herzens aufgeben.

Über alles gesehen war es ein tolles, erlebnisreiches und kameradschaftlich sehr schönes Erlebnis. Es ist nicht ausgeschlossen, dass ein solcher Anlass uns rasch wieder packen wird. Eventuell lassen sich noch andere Laufbegeisterte fürs Mitmachen aufmuntern, denn mitmachen, dabei sein und Spass haben kommt vor Rang und Zeit.

Zur guten Unterhaltung und Stimmung beigetragen haben unterwegs ausser den Zu-schauern einige Guggenmusikgruppen und der Dudelsack-Pfeifer auf Riffelberg.

Ich sage tschüss bis zum 6. September, beim Jungfrau-Marathon.

Marathoni Christian Schacher

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LGT Alpin Marathon, Liechtenstein, 14. Juni 2008

Teilnehmer: Zita Häfeli, Kaspar Ritz, Christian Schacher

Bei optimalen Wetterverhältnissen (bewölkt, wenig Sonne, kein Regen, Temperatur 8-15 Grad), starteten wir am Samstag-Morgen um 9.00 Uhr in Bendern zum Marathonerlebnis mit 1‘800 m Höhendifferenz.

Die ersten 10 km flach entlang des Rheindammes benutzen wir als Aufwärmstrecke. Hier heisst es, ja nicht zu schnell angehen, denn die steilen Passagen kommen erst noch. Mit einem km-Schnitt von ca. 4’40 Min. biegen Kaspar und ich Richtung Vaduz ab. Eine grössere Zuschauermenge in der Innenstadt spornt uns nochmals an für die nun steil ansteigende Strecke Richtung Schloss Vaduz. Schon bald überholen wir erste Läufer, die am Berg Mühe bekunden. Uns läuft es bestens und wir steigen in gleichmässigem Rhythmus die steilen Bergwege und Strassen aufwärts, unter uns das eindrückliche Panorama des Rheintals im Blickfeld. Jeder läuft für sich sein geeignetes Tempo und so kommt es, dass Kaspar ab ca. km 15 den Anschluss nicht mehr halten kann. Ab jetzt ist jeder auf sich gestellt, muss sein Rennen selber einteilen. Ohne an die oberste Leistungsgrenze gehen zu müssen, gelange ich nach 21 km zum ersten Bergübergang auf Silumer Kulm auf 1‘539 m Höhe, also 1‘100 m höher als der Start. Die nun folgende Bergabstrecke bis km 26 in Steg erweist sich teilweise als sehr rutschig, da Kuhherden diese total verunreinigt und aufgeweicht hatten. Ohne Zwischenfälle, aber mit einigen Balanceakten erreiche ich 240 m tiefer den Ort Steg, wo die Halbmarathon-Plus Läufer nach 25 km ins Ziel spurten. Ich hingegen konzentriere mich auf die nächste Etappe. Diese führt zuerst etwas steil bergan, dann eine Bergwiese leicht abwärts, um dann in vielen Kurven und über unzählige Bäche etwas kupiert aber meist leicht ansteigend, via Valorsch den Schönberg und den Stachlerkopf zu umlaufen. Jetzt wartet die zweite Herausforderung, nämlich der brutal steile Aufstieg hinauf zum Übergang Sassförkle auf 1‘771 m. Aber auch dieses Hindernis vermag ich mit letztem Einsatz und ohne zu marschieren zu bewältigen. Auf den nun folgenden letzten 7 km beginnt aber nun mein Leidensweg. Schon nach wenigen Schritten bergab beginnt sich meine Wadenmuskulatur zu verkrampfen. Immer wieder versuche ich mit Zwischenstopps, die Verkrampfung durch dehnen zu lockern. Ich probiere, mit nach aussen gedrehter Fussstellung die Verkrampfung so lange wie möglich hinauszuzögern. Etwa 400 m vor dem Ziel erwischt es mich aber derart heftig in beiden Beinen, dass ich nicht mehr stehen kann. Mit schmerzverzerrtem Gesicht musst ich zu Boden. Zwei Streckenposten kommen mir zu Hilfe und mit vereinten Kräften gelingt es, die Beine wieder einigermassen zu lockern. Nach diesem 5-minütigen Zwischenhalt mache ich mich vorsichtig wieder auf den Weg in Richtung Ziel, in der Hoffnung, vor den Zuschauermassen nicht nochmals mit Krämpfen stehenbleiben zu müssen. Schlussendlich schaffe ich es in der Zeit von 4‘07’38 und Rang 9. von 83 in meiner Kategorie M50-Mitkonkurrenten. Schade um die Zeit, denn ohne Krämpfe und deren Folgen hätte ich die Strecke unter 4 Stunden geschafft. Was soll‘s, es war dennoch ein schönes Erlebnis und für den nächsten, in 3 Wochen stattfindenden Marathon in Zermatt, habe ich mich schon am Tage darauf angemeldet.

Herzliche Gratulation auch den beiden anderen LGN-Marathonis, denn auch Kaspar mit 4‘17’14 und Zita mit 4‘54’07 haben eine tolle Zeit hingelegt. Den absoluten Streckenrekord gelaufen ist der Sieger Jonathan Wyatt aus Neuseeland in 2‘56’27! Zita hat sein Autogramm auf ihrem Leibchen, sie wird es nie mehr waschen!!

Christian Schacher

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Schneeschuh-Mondscheintour im Langis-Glaubenberg

Zum 2-ten Mal offerierte der Verein unseren Mitgliedern eine nächtliche Schneeschuhwanderung. Mit einem kleinen Reisebus, gefahren von unserer Präsidentin, und einem Privatauto fuhren wir am Samstag, 19. Januar um 15.30 Uhr am Bahnhof in Däniken ab und gelangten via Luzern-Sarnen und hinauf Richtung Glaubenberg zum Langlauf-Sportcenter im Langis.

Wir hatten Glück mit dem Wetter. Am Freitag regnete es noch wie aus Kübeln bis auf 1‘900 m, am Samstag war der Himmel fast wolkenlos. Leider hatte der Schnee etwas unter der nassen Witterung gelitten, aber für eine gemütliche Schneeschuhwanderung war die Schneedecke noch hoch genug. 18 Personen an der Zahl, besammelten wir uns vor dem Sportgeschäft Glanzmann. Da die meisten von uns keine Schneeschuhausrüstung besassen, mussten zuerst für 14 Leute Schneeschuhe und Stöcke bereitgestellt werden. Beim Montieren der Schneeschuhe war man sich gegenseitig behilflich oder die erfahrenen Leiter zeigten, wie die verschiedenen Modelle an den Schuhen befestigt werden.

Als es einzudunkeln begann, waren wir alle startklar und die 20-köpfige Karawane setzte sich in Bewegung. Mit einem Gruppenleiter an der Spitze und einer Führerin als Schlusskontrolle stapften wir durch den nahen Wald in östlicher Richtung davon. Einen kurzen Moment standen wir im pink-violetten Abendrot der untergehenden Sonne. Ein Naturschauspiel, das mich immer wieder fasziniert und mir persönlich eine tiefe, innere Ruhe gibt.

Unser Guide führte uns auf verschiedenen Wegspuren kreuz und quer durch Wälder und über Hügel. Zwischendurch legten wir selber eine neue Spur durch die im Mondlicht hell reflektierenden, noch unberührten Schneehänge. Es machte riesigen Spass, in der freien Natur unterwegs zu sein und den im Schnee knirschenden Schneeschuhen, den rauschenden Baumwipfeln oder dem plätschernden Bächlein zu lauschen. Unterwegs wurden wir instruiert über die Gefahren dieses Sportes (Lawinen), über die Verhaltensregeln gegenüber den Tieren und die Beachtung der Wildschutzgebiete. Wir waren schon ca. 1 ¼ Stunden unterwegs, da erblickten wir in der Ferne ein Licht und ein Feuer. Als Überraschung wurde uns an der Feuerstelle heisser Glühwein oder Punsch angeboten. In fröhlicher Stimmung und im wechselnden Licht des Mond-Wolken-Spiels genossen wir die heissen Getränke. So langsam begann der Magen zu knurren, was uns dazu bewog, weiter in Richtung „Nachtessen“ zu wandern. Nach kurzer Wegstrecke erreichten wir das Berggasthaus Schwendi Kaltbad, wo für uns feine Älpler-Magronen mit Apfelmus à discrétion serviert wurden. Im heimeligen Bergrestaurant herrschte eine lockere Stimmung, es kamen erste Eindrücke dieser nächtlichen Tour zur Sprache. Es wurden auch bereits schon weitere Schneeschuhtouren in Betracht gezogen.

Wieder mit vollen Kräften nahmen wir zu später Stunde den Rückweg unter die Schneeschuhe. Die Leiterin hetzte uns nochmals einen Bergrücken hinauf, bevor wir definitiv zurück zum Ausgangspunkt unsere Spur in den Schnee zeichneten. Nach dieser halbstündigen Verdauungstour beendeten wir glücklich und zufrieden diese nächtliche Mondscheinwanderung und kehrten voller neuer Eindrücke ins Unterland zurück.

Christian Schacher

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Sonnenreiches, schneereiches, lehrreiches und fröhliches Langlaufweekend im Goms 2007 und 2008

Am 5. Januar 2007 (kein Verschreiber) fuhren wir zu Viert Richtung Innerschweiz und zwar bei strahlendem Sonnenschein. Frühzeitig standen wir am Furka-Bahnverlad, so dass wir noch Zeit fanden, im kleinen Kioskladen zu stöbern und etwas Essbares zu ergattern. Die Landschaft schön weiss und tiefverschneit. Ankunft in Münster und Zimmerbezug im Hotel Diana. Grosses Hallo mit denjenigen, die bereits den ganzen Nachmittag auf den schmalen Brettern gestanden haben.

Und dieses Jahr? Am 11. Januar 2008 fuhren wir zu Viert bei Sonnenschein Richtung wolkenverhangener Innerschweiz. Auf der Strasse von Göschenen Richtung Andermatt tanzten die ersten scheuen Schneeflocken. Ankunft beim Autoverlad äusserst fahrplanmässig ohne grosse Wartezeit. Ankunft im verschneiten Münster und Zimmerbezug im bekannten Hotel Diana. Vereinzelt (mehr oder weniger) grosse Begeisterung bei denjenigen, die bereits am Freitagnachmittag die gut präparierten Loipen unsicher gemacht haben. Während dem Nachtessen trafen auch noch unsere Weitgereisten Ernst und Jutta ein. Auch sie stärkten sich noch bei Flammkuchen und einem Glas Wein. Die einen waren müde von der vielen frischen Luft, die anderen nach der langen Fahrt und wieder andere hatten die Bettruhe auch sonst nötig.

Samstagmorgen 2007: Strahlender Sonnenschein empfing uns. Nach einem stärkenden Morgenessen zogen die einen gekonnt die Langlaufausrüstung an und skateten wie die Profis davon. Die blutigen Anfänger freundeten sich zögerlich mit den langen, schmalen Dingern an und Fritz Deppeler weihte sie mit grosser Sachkenntnis und einer Engelsgeduld in die Skating-Technik ein. Immer wieder wurden die gleichen Übungen wiederholt, Stürze blieben nicht aus, ebenso wenig wie schallendes Gelächter. Alles in allem sieht es noch ein bisschen gstabig aus! Am frühen Abend dann starteten wir zu einer Dorfbesichtigung unter kundiger Führung von Fritz. Gerne lauschten wir seinen interessanten Erklärungen über diesen noch sehr ursprünglichen und intakten typischen Ort im Obergoms. Nach einem feinen Nachtessen und einem Schlummerbecher sanken wir redlich müde in die Betten.

Und dieses Jahr? Wir stärkten uns mit einem ausgiebigen Frühstück und fanden uns etwas später als vereinbart vor dem Hotel Diana ein. Grund für unsere anfängliche Unentschlossenheit war starker Schneefall. Aber wovor konnte uns dies abhalten? Bestimmt nicht vor dem Langläufle! Noch ein paar Instruktionen von Fritz und Ursula und los gings. Und siehe da, die letztjährigen Beginners zeigten schon ganz gekonnt ihre Fortschritte, die sie vorgängig auf der Lenzerheide zu perfektionieren versuchten.

Nachdem wir so gegen den Schneesturm gekämpft hatten, statteten wir der Mühle einen Besuch ab. Gemütlich hatten wirs dort; fast die einzigen Gäste, wen wunderts. Der Mühli-Kafi war gar nicht schlecht. Jutta stärkte sich mit einer Suppe und Zita und Chregu genossen sichtlich die gemeinsame Brettl-Jausn. Der ausgiebigen Pause – während der etwas 30 cm Neuschnee fiel - folgte ein anstrengender Rückzug nach Münster. Dies alles bei bester Laune. Den Besuch bei Koni Hallenbarter verschoben wir auf Sonntag, da die Loipe erstens nicht gespurt und zweitens ein Teil wegen Lawinengefahr geschlossen war. Am Abend waren wir zum Apéro zu Gast bei Ursula und Fritz. An alles hatten die Beiden gedacht, sogar ein Stromausfall gehörte zum touristischen Programm. Als Alles wieder unter Kontrolle war, spazierten wir doch noch ins Restaurant zum Nachtessen.

Am Sonntagmorgen lockerte sich die Bewölkung nach und nach auf und wir hatten grossen Spass auf der Loipe. Unterwegs beim Bahnhof Ulrichen feuerten uns sogar die Fahrgäste aus dem Zug aus an. Welche Überraschung: Vögtlis und Hofers unternahmen einen Sonntagsausflug. Nach dem ersehnten Einkehrschwung zu einem Loipen-Tee in der Vasa-Bar bei Koni fuhr die gut gelaunte Gruppe das Goms runter, wo wir nach etlichen mühsamen Kilometern in der Gade-Bar einkehrten. Da draussen an der Sonne einfach so die Ruhe zu geniessen, war wunderschön. Mit dem Zügli fuhr ein Teil der Gruppe zurück nach Münster; die anderen betätigten sich nochmals sportlich. Diesmal waren wir es, die unsere Unermüdlichen vom Zug aus lautstark unterstützten. Bald hiess es Abschied nehmen aus dem schönen, tiefverschneiten Goms. Eins ist sicher, wir sind nächstes Jahr wieder dabei wenn es heisst: Einladung zum Langlaufweekend vom 10./11. Januar 2009.

Ein herzliches Dankeschön an Fritz und Ursula für die tipp-toppe Organisation mit allem Drum und Dran.

Evelyne Scheuss


 

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