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Rückblick auf die vergangenen Jahre (2007)

In der Geschichte der Laufgruppe Niederamt halten wir Besonderes fest. Unsere Läuferinnen und Läufer sind auch als Fotografen unterwegs und bringen damit die Eindrücke von unterwegs den Daheimgebliebenen etwas näher.

Stöbere in der Vergangenheit und finde interessante Beiträge.

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Rückblick 2007


Berichte 2007

Schlusshock
Froburglauf
Ekiden
Hallwilerseelauf
Erlebnisbericht 100 Km-Lauf Biel
Bergwanderung
Lüggereträff
Mein Traum von Bern: Frauenlauf
Johanniterlauf
Laufen mit Herz
GP Bern
Zürich-Marathon
GV
Willehaus-Training
Langlaufweekend
Tüfelsschlucht-Lauf
Interview mit Hr. Tüüfel
Gefahren im Laufsport; Vortrag


Beat und Karin Stauber haben eine Tochter erhalten: Annina Sarah (18.10.07, 3530g, 49cm). - Wir gratulieren herzlich zum dritten Kind. - Geburtsanzeige.

Wir gratulieren Petra und Thomas Heller-Feierabend herzlich zu ihrer Tochter Michelle Sarah.

Wir gratulieren Cédric und Nicole Hagmann-Feer herzlich zum Nachwuchs. - Näheres hier.

Am 24. Februar führten die LSG Olten und die LG Niederamt einen gemeinsamen Weiterbildungstag durch. Am Abend referierte Dr. Zenhäusern. Sportmediziner, zu den Themen Infektionen im Zusammenhang mit Ausdauersport und Stabilisation. Der Vortrag war für alle Mitglieder offen und brachte allen Anwesenden neue Erkenntnisse. Mehr


Schlusshock- 16. November 2007 - Schützenhaus Obergösgen

Der Einladung zum Schweizerisch-urchigen Schlusshock, organisiert durch unsere Trainingsgruppe 2, sind ca. 46 Mitglieder gefolgt. Das Schützenhaus-Lokal in Obergösgen war echt schweizerisch dekoriert. Auf den Tischen herrschte die Farbe rot, unterbrochen mit weissen Kreuzen, vor. Das Servierpersonal beim Apéro bediente im Schwingerlook, Sägemehl konnte ich zum Glück keines finden. Während des Welcome-Drinks und den verschiedenen Apérohäppchen wurde lautstark diskutiert und einander zugeprostet. Es herrschte eine lockere und gemütliche Atmosphäre. Langsam wurde es Zeit, an den Tischen Platz zu nehmen. Nach dem Piemontesischen Arneis zum Entrée konnte beim Essen mit dem Barbera d’Alba zum roten Traubensaft übergewechselt werden. Nach einigen Dankesworten unserer Präsidentin und guten Glückwünschen für das nächste Jahr wurden ihr von Norbert ein Paar Schwingerhosen übergezogen und diese sogleich kampfmässig getestet. Nach dieser Showeinlage eröffnete Beat Steiger das Salatbuffet. Als Auflockerung vor dem Hauptgang wurde die Stimmung mit dem urchigen Schwiizerliedli „Lueged vo Berge ond Tal“ und dem „Ramseierlied“ mit LGN-würdiger Textanpassung, begleitet von Heinz Wälti auf dem Euphonium, angeheizt. Einige Mitglieder sangen sogar beim Refrain mit. Nach begeisterndem Applaus und einer Gesangszugabe konnte das bis zum jetzigen Zeitpunkt geheimgehaltene Hauptgang-Menü „Älplermagronen“ serviert werden. Zusammen mit Apfelmus schmeckte das typische Schweizergericht hervorragend.

Als Verdauungspause zeigte uns Beat auf der Leinwand einige Erlebnisbilder von der 2-tägigen Bergwanderung 2006 und 2007. Anschliessend zauberten einige Mitglieder der Gruppe 2 ein leckeres Dessertbuffet hervor. Es konnte zwischen verschiedenen Kuchen, Torten, Cremen, Fruchtsalat usw. ausgewählt werden. Dazu durfte man sich an der Espressomaschine mit herrlich duftendem Kaffee bedienen. Wer noch ein „Verdauerli“ brauchte, fand auch dort eine kleine Auswahl vor.

Rundum zufriedene Gesichter zeugten von einem gelungenen Anlass. An dieser Stelle nochmals ein ganz herzliches Dankeschön an die im Einsatz gestandenen Mitglieder der Gruppe 2 für die Organisation und die tadellose Durchführung dieses alljährlichen Hauptanlasses.

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Christian Schacher

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Froburglauf

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Ekiden Riehen - 28. Oktober 2007

Trotz Konkurrenz durch den Luzern-Marathon – pardon Lucerne-Marathon – und diverser anderer Absenzen vom harten Kern der EKIDEN-Teilnehmer brachten wir zwei Mannschaften für den EKIDEN in Riehen zusammen, die es – wie sich zeigen sollte – in sich hatten: Mithilfe eines Gastes, der die LGN unterstützte und dadurch, dass sich Christian Schacher trotz absolviertem Marathon am Vortag für eine Teilstrecke zur Verfügung stellte, konnte eine tolle Masters+-Mannschaft gebildet werden. Masters+ ist eine neu geschaffene Kategorie, die die über 50jährigen gegeneinander antreten lässt.

Ist im Alltag die Frage nach dem Alter bei allen, die die Autofahrprüfung bereits absolviert haben, ein mittelprächtiger Tabubruch, so ist in der Laufszene die Frage nach der Kategorie – und damit nach dem Alter – eine fast schon existenzielle Frage, die Mitstreiter von harmlosen Mitläufern trennt, die Konkurrenz von Kollegen unterscheidet. Am EKIDEN erübrigt sich diese Frage, denn die Kategorien sind durch die verschiedenfarbigen Umhängebänder, gekennzeichnet. Die Masters+ haben nigelnagelneue glänzende violette Bänder gekriegt. Die beiden Stadionrunden der Startläufer eigneten sich hervorragend, um etwelche „Violetten“ ausfindig zu machen und sie zu lokalisieren. Als die erste Übergabe von Ueli zu Evelyne stattfand, stand fest: unsere Masters+ lagen auf dem zweiten Platz und damit auf Podestkurs. Dies war die ehrgeizige „Vorgabe“ der technischen Leitung, die damit die Masters+-Mannschaft „arg“ unter Druck setzte. Doch scheinbar nützte es. Obwohl zwischenzeitlich auf den dritten Rang abgerutscht, konnten sich unsere Masters am Schluss nicht zuletzt durch die Anfeuerungen sämtlicher LGNler auf dem zweiten Schlussrang festsetzen und durften bei der Rangverkündigung ihre Preise und einen schön glänzenden Pokal in Empfang nehmen.

Die Mixed-Mannschaft rechnete sich aus, dass ein realistisches Ziel schon der wunderschönen Zahl wegen die 3:03,33 h wäre, bis sich schliesslich die Vorgabe von „sub-3“ in den Köpfen festsetzte. Gesagt, getan: Die Schlusszeit für das Mixed-Team lautete: 2:59,58 h. Geri musste sich als Schlussläufer im Stadion noch gewaltig sputen, damit es noch reichte.

Doch eigentlich waren dies alles bloss Zahlenspielereien, die genau wie der ganze Anlass einmal mehr riesig Spass gemacht hatten. Trotz einer Sch...kälte, die den einen oder anderen zu einem gar frühen Aufwärmtraining veranlasst hatte.

Am Abend in der „Krone“ in Stüsslingen wurde der Pokal eingeweiht. Man wollte unbedingt überprüfen, ob er auch wirklich dicht war. Da das ultimative Dichtigkeitsmittel bekanntermassen Sekt ist, wurde auch der beschafft und der Pokal von allen aufs gründlichste getestet. Damit wurde allen klar, wie der Begriff Wanderpokal entstanden war.

LG Niederamt Masters + 2. Platz
Käser Ulrich 43.11,8
Scheuss Evelyne 23.12,3 
Deppeler Fritz 44.57,6 
Dion Hans-Ulrich 23.55,9 
Schacher Christian 18.25,4
Humbel Rolf 33.55,1                    3:07.38,1

LG Niederamt Mixed 10. Platz 
Ritz Kaspar 41.52,2. 
Künzli Nadja 22.44,3 
Häfeli Zita 44.24,9 
Kissling Karin 24.01,7. 
Schlosser Christian 18.22,2 
Weibel Gerold 28.33,5                 2:59.58,8

Bericht: Karin Kissling

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33. Hallwilerseelauf - 13. Oktober 2007

Die Laufgruppe Niederamt hat sich wiederum zum Ziel gesetzt, den diesjährigen Halbmarathon rund um den Hallwilersee zu absolvieren. Rund ein Dutzend Läufer/-innen unserer Laufgruppe haben sich für diese Herausforderung angemeldet. Für mich war es die erste Teilnahme an einem Halbmarathon. Ich habe bisher nie länger als 15 km unter die Füsse genommen. Ich war natürlich echt gespannt, wie ich dies meistern werde. Die letzten 5 Sonntage habe ich jeweils eine längere Trainingseinheit von 2 Stunden durchgeführt, um mich für meine Verhältnisse optimal darauf vorzubereiten.
Der Hallwilerseelauf ist ein sehr schöner Lauf. Das Wetter spielt natürlich eine sehr wichtige Rolle. Ob es warm ist, trocken, ob es regnet und nass ist, alles spielt eine Rolle. 
Nun war also der 13. Oktober 2007. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Ich habe meine Startnummer bereits am Freitagabend geholt, da ich mich in den Startblöcken noch umschreiben wollte.
Am Renntag selber war bereits die Ankunft in Beinwil am See ein Erlebnis. Es war goldiges Herbstwetter. Der Nebel hat sich gegen Mittag verzogen. Die Sonne strahlte, die Temperatur war so gegen 15 Grad. Optimale Verhältnisse. Diese Läuferschar, diese Menge war eindrücklich. Ich reihte mich nach dem Einlaufen in den Startblock D ein. Um 13.45 kam mein Startblock an die Reihe. Die Zuschauer machten kurz vor dem Start eine Welle, um uns anzufeuern, das liess meinen Puls schon mal höher schlagen. Achtung, fertig, los....... – Und los gings. Wow, ich erlebe die Volksläufe immer wieder als tolles Erlebnis. Und dieser Lauf war einzigartig. Die ersten 5 km sind eher ruhig auf Beton zu laufen. Ich laufe mein Tempo mit einem 4,5 Minuten-Schnitt pro Km. Ich halte mich absichtlich etwas zurück, denn auf den letzten 5 km will ich auch noch Saft in den Beinen haben.

Nach Aesch sind die 5 km vorbei und wir haben die südliche Kappe des Hallwilersees bereits abgelaufen und ziehen langsam nördlich Richtung Seerose. Bald kommt der eigentliche Teil, den man nahe am Hallwilersee laufen kann. Wunderbar ist die Herbstlandschaft. Ich erlebe die Natur hautnah, vorbei an den Bäumen und Sträuchern, an den herrlichen Uferwegen. Ich beschäftigte mich mit mir, mit der Umgebung und spulte km für km ab. Schon bald war ich bei der Seerose. (km 9) Dort war ich schon viele Male mit meiner Familie, um gemütlich zu spazieren. Die Zuschauer feuerten uns an, herrlich, das war ein Aufsteller. Die gelaufenen km merkte ich bereits in meinen Beinen. Nach 10 km war ich genau im Schnitt: 45 Min. Ich war genau nach Plan und versuchte mein Tempo zu halten. Als nächstes Zwischenziel legte ich mir das Schloss Hallwyl vor Augen. Nach Schloss Hallwyl sind es nur noch rund 6 km. Ich verwunderte mich, dass während den ersten 10 km keine grossen Überholaktionen stattfanden. Es gab wenige, die mich überholten, ich konnte mich gut an meine Mitläufer halten. Nach 5 km hat mich einer mit einem auffällig gelben Leibchen überholt und sofort stehen lassen. Kurz vor Schloss Hallwyl sah ich ihn plötzlich wieder vor mir. Das spornte mich an. Je näher wir uns dem Schloss näherten, desto näher kam ich dem mit dem gelben Leibchen. Ich mache manchmal in den Läufen solche Spiele und versuche, solche wieder einzuholen. Dies gelang mir auch. Nachdem ich ihn nun eingeholt hatte, liess ich ihn gleich stehen und er konnte mich bis ins Ziel nicht mehr einholen. Beim Schloss Hallwyl war die Zuschauermenge noch grösser. Die Leute klatschten, lachten, pfiffen, liessen Kuhglocken läuten, das war ein super Gefühl. Ich wollte keine Müdigkeit zeigen und lief automatisch einen Gang schneller. Nun kamen die letzten 6 km und ich fühlte mich noch recht gut.

Dank der kühlen Brise konnten wir in der ersten Hälfte immer wieder von der kühlen Luft profitieren. Nun beim Rückweg Richtung Ziel war die Luft plötzlich weg und ich spürte die Sonne mit ihren warmen Herbststrahlen. Langsam merkte ich, wie die Energie in den Beinen schwand. Ich war schon bei km 18. Im Kopf versuchte ich mich immer wieder mit einem Blick auf den Hallwilersee abzulenken, um nicht an meine müden Beine zu denken. Dies gelang mir nicht mehr so gut. Ich sehnte langsam das Ziel herbei. Ich hatte das Gefühl, dass meine Mitläufer immer schneller wurden. Auf den letzten 2 km haben mich dann doch noch einige überholt. Irgendwie schaffte ich es nicht mehr, mit dem schnelleren Tempo der Mitläufer/-innen mitzuhalten. Aber da war ja schon der letzte km angezeigt. Ich sah mich schon im Ziel und ersehnte den Zieleinlauf herbei. Bald schon hörte ich den Speaker die Namen der Zieleinläufer durch den Lautsprecher rufen. Da feuerte mich Christian von der Laufgruppe an und ich konnte die letzten paar Meter Zieleinlauf richtig geniessen. Geschafft. In einer Zeit unter 1 h 45 Min. war für mich schneller, als ich mir ausgerechnet hatte. Ich war völlig zufrieden. Der Hallwilerseelauf war ein tolles Erlebnis vom Start bis zum Ziel.

Lostorf, 14.10.07, Andy Gilgen

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Erlebnisbericht 100-km-Lauf Biel - 15. Juni 2007

Pünktlich zur vereinbarten Zeit treffen wir bei der Eishalle in Biel auf unsere nächtlichen Begleiter. René begleitet mich mit dem Bike, seine Frau Susanne, ihre Kollegin Doris und mein Schatz Evelyne werden mit dem Auto an einigen Treffpunkten unterwegs an der Strecke auf mich warten. Als Neuling dabei und zusammen mit mir starten wird Laufkollege Thaddäus Bernet von der Laufgruppe Fricktal. Wir wollen versuchen, so lange wie möglich zusammen ein kontrolliertes, lockeres Tempo anzugehen. Als Betreuung hat er seinen Sohn auf dem Bike und seine Frau Christina im Auto dabei.
Nach unserer Begrüssung hole ich bei der Startnummernausgabe meine Nr. 41 und löse für den Velobegleiter die obligatorische Velovignette. Nachdem es den ganzen Tag hindurch stark geregnet hatte, sehen die Prognosen für die Nacht sehr vielversprechend aus. Es soll aufklaren und trocken bleiben, die Temperatur zwischen 12 bis 14 Grad betragen. Für mich ist das Lauftenue klar, oben und unten kurz, mit dabei den Hüftgurt mit Trinkbidon. Die Flasche, gefüllt mit 7 dl Wasser, angereichert mit Sponser Maltodextrin 100 (Kohlenhydratpulver aus Maisstärke), geschmacksneutral. Im Seitentäschchen 1 Energieriegel, 2 Datteln, 1 Tube Energie-Gel (Sponser Liquid Energy Plus).
Wir setzen uns alle kurz an einen Festbanktisch und sprechen die wichtigsten Punkte nochmals durch. Unsere zwei Biker müssen sich etwas früher verabschieden, denn sie werden per Polizeieskorte mit allen anderen Velobegleitern nach Lyss geführt, von wo aus sie uns dann auf der Laufstrecke begleiten dürfen.
30 Minuten vor dem Start machen Thaddy und ich noch ein "Pseudo-Einlaufen" und begeben uns dann ins riesige Starterfeld. Noch 10 Minuten und die längste Nacht der Nächte kann beginnen.
Unter tosendem Gebrüll und vielen Glückwunschzurufen aus der Zuschauermenge werden wir um 22'00 Uhr ins 100 km Abenteuer geschickt.
Wir beginnen langsam und versuchen, einen gleichmässigen Rhythmus zu finden, ohne uns durch die Läufermasse zu einer schnelleren Gangart verleiten zu lassen. Durch die ganze Bieler Innenstadt stehen viele Erwachsene und Kinder am Strassenrand, die zum Abklatschen ihre Hände entgegenstrecken. Zwischendurch entgleiten meinem Mund laute Jauchzertöne, was das Publikum sofort zu einem höheren Applauspegel animiert. Wir sind locker drauf und geniessen die abendliche Stimmung bei milden und zum Laufen sehr angenehmen 13 Grad Lufttemperatur. Nach der Brückenüberquerung des Nidau-Büren-Kanals beginnt in Port die erste längere Steigung hinauf nach Bellmund. Auf Thaddys Stirne haben sich schon einige Schweissperlen gebildet, die jeweils im Licht der Strassenlaternen glitzern. Mit regelmässigem Trinken (alle 10 Minuten zwei Schlucke aus der Bidonflasche) versuche ich den Wasser- und Mineralienhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Die Strasse führt nun wieder etwa gleich viele Höhenmeter hinunter und wir gelangen nach der Durchquerung von Jens wieder in flaches Ackergebiet. Plötzlich lautes Gefluche neben mir und die Schritte von Thaddy hören sich an wie Paddelschläge. Riesige Pfützen über den Weg bescheren uns ein erstes Fussbad. Ich zerre meine Stirnlampe aus der Gurttasche und fixiere sie an meiner Stirne. Der Lichtkegel und die unregelmässig verteilten Wasserlöcher machen uns auf dem Weg nach Kappelen zu Slalomkünstlern. Die nun auftauchenden Lichter in der Ferne zeigen uns an, dass das absolute Läufer-Highlight nur noch etwa 2 Kilometer entfernt liegt.

Das Überqueren der Holzbrücke in Aarberg ist eines der grössten Glücksgefühle eines Läufers. Die Menge steht Spalier, Blitzlichter erhellen die Nacht, von überall tönt es "hopp Chregu". Ein riesiges Fest ist im Gange, es riecht nach Magenbrot, gebrannten Mandeln und süsser Zuckerwatte. Kurze Zeit später ist der Spuk vorbei.
Durch ein finsteres Industriequartier und Unterquerung der Autobahn nähern wir uns Kilometer 23 in Lyss. Dort werden wir bereits voller Ungeduld von unseren zwei Velobegleitern und unserem Autoteam erwartet. Eine kurze Zustandsmeldung während des Vorbeilaufens gibt ihnen die Gewissheit, dass es uns noch gut läuft. Auf meine optimistische Zeittabelle haben wir aber bereits 8 Minuten verloren. Was solls, wir haben ja noch über Dreiviertel der Strecke vor uns und da kann noch so Manches geschehen. René reicht mir einen vollen Getränkebidon, den ich gegen meinen leeren austausche. Thaddy will unbedingt sein verschwitztes Shirt wechseln und gibt mir zu verstehen, dass ich weiterlaufen soll. So entschwinde ich zusammen mit meinem Velobegleiter hinaus in die finstere Nacht. Der Weg führt über Ammerzwil - Grossaffoltern in Richtung Oberramsern. Eine lange, rote Lichterkette bewegt sich in rhythmischem Tempo vor mir her, hinter mir leuchtet die Lichterkette mit weissen Punkten. Bereits sind drei Stunden vergangen und ich fühle mich noch immer gut. Langsam wird es aber Zeit, dem Körper etwas Energie zuzuführen, bevor ein Hungergefühl aufkommt. Ich hole aus meinem Reissverschlusstäschchen einen Isostar-High Energieriegel mit Bananengeschmack hervor und esse davon die Hälfte, dazu spüle ich mit Sponser Maltodextrin kräftig nach. Gestärkt und in Gedanken versunken setze ich meine Füsse Schritt für Schritt in regelmässigem Abstand auf den Asphalt. Auf einmal ein komisches Gefühl an meinem linken Arm und zugleich fällt etwas zu Boden. Ich glaube es nicht, meine Uhr ist weg! Ich halte an und suche im Licht der Stirnlampe, ein paar Schritte zurücklaufend, meine Uhr. Da ist sie, aber die eine Hälfte des Armbandes fehlt. Nach kurzer Zeit kann auch dieses geortet werden. Das Dumme dabei ist, dass ich sie nicht mehr gebrauchen kann. Dabei habe ich extra am Freitagnachmittag ein neues Armband montieren lassen, da das alte spröde und angerissen war. Aber alle Vorsichtsmassnahme hat in diesem Falle nichts genützt. So bleibt mir nichts anderes übrig, als ohne Uhr weiterzulaufen und mich auf mein Gefühl zu verlassen. Mit dem Auftrag an René, mir bei Kilometer 90 die aktuelle Uhrzeit zu melden, trabe ich in meinem gewohnten Tempo weiter. Plötzlich höre ich von hinten immer lauter werdende Schritte und auf einmal eine Stimme die sagt "Achtung Marathonläufer". Ich halte mich schön rechts am Wegrand und schon prescht ein Läufer in hohem Tempo mit Begleitschutz an mir vorbei. Es ist der Spitzenmann von der etwas später gestarteten Marathon-Kategorie, der sein Ziel in Oberramsern anstrebt.

Langsam wird es etwas eintönig, immer flach und ohne eine sich ändernde Landschaft durchs Limpachtal zu laufen. Ich versuche mich abzulenken, indem ich wieder etwas Nahrungsaufnahme betreibe. Diese scheint sich aber etwas schwierig zu gestalten. In einem Plastiksäcklein habe ich zwei Datteln eingepackt, die ich jetzt krampfhaft versuche, aus der Plastiktüte zu schälen. Durch die eigene Körperwärme wurden die Datteln aber ziemlich weich und kleben nun am Plastik fest. Ich versuche, diese mit den Zähnen, Zunge, Lippen und Finger irgendwie in meinen Mund zu bringen. Mit viel Mühe gelingt mir dies dann doch noch Stück für Stück. Von einem ehemaligen 100 km-Läufer habe ich mal gelesen, dass dieser für die ganze Strecke nur sechs Datteln als Verpflegung gebraucht hat. Ich meinerseits fühle so langsam ein komisches Zwicken in der Magengegend. Wenn das nur gut geht, denke ich mir und nehme einige Züge aus der Flasche. Zum Glück beruhigen sich meine Därme wieder und auch die Strecke wird jetzt wieder interessanter. Ich passiere Oberramsern bei Kilometer 38 und mache mich auf in Richtung "Mülchistutz". Ich spüre feine Tropfen auf meinen Armen. Ein Blick zum dunklen Himmel zeigt mir, dass die Sterne verschwunden sind, es bleibt aber bei ein paar wenigen Tropfen. Endlich andere Arbeit für meine Muskulatur! Die berüchtigte Steigung von Mülchi nach Etzelkofen bedeutet für mich eine willkommene Abwechslung. Endlich im Vorfuss-Schritt den Berg hinauflaufen, das tut gut, vor allem dann, wenn sich einige Teilnehmer überholen lassen. Wieder einmal treffe ich meine Autocrew am Wegrand, die mich wieder tüchtig antreibt. Weiter geht es in Richtung Jegenstorf, eine Strecke, die ich in schlechter Erinnerung habe. Bei meiner letzten Teilnahme 2002 begann auf diesem Abschnitt das grosse Leiden. Ich musste damals völlig entkräftet, mit Durchfall und Schwindelgefühlen den Lauf abbrechen. Heute geht es mir aber gut und ich kann mich weiter Rang für Rang nach vorne arbeiten. Vor lauter Freude umarme und küsse ich beim Posten in Kernenried meine Freundin und entschwinde jauchzend im Dunkel der Nacht.

Ich nähere mich dem 56. Kilometer in Kirchberg, dort wo der schlimmste Teil der Strecke beginnt, der berüchtigte Emmendamm, genannt "Ho-Chi-Minh-Pfad". Bei diesem grösseren Verpflegungsposten muss ich einen Augenblick anhalten, den linken Schuh ausziehen und einen im Fersenbereich eingedrungenen Stein entfernen. Bei dieser Gelegenheit verpflege ich mich mit einer heissen Bouillon und lasse mein Trinkbidon auswechseln. Von jetzt an muss ich die Strecke ohne Velobegleitung bestreiten, denn der holprige enge Weg ist für Velofahrer zu gefährlich und deshalb mit einem Fahrverbot belegt. Ich verabschiede mich wieder von meinen Betreuerinnen und setze meinen Weg alleine fort. Ich bin noch nicht am Emmendamm angelangt, beginnt es mich auf dem linken Fussrücken zu schmerzen. Ich fühle einen schmerzhaften Druck im obersten Bereich der Schuhschnürung. Um einer eventuellen Sehnenscheidenentzündung vorzubeugen, halte ich an und binde den Schuh etwas lockerer. Ich laufe weiter. Ich kann es nicht fassen, trotz lockerer Schnürung verspüre ich das Druckgefühl noch immer, Da es mir aber zu blöde wird, nochmals anzuhalten, laufe ich weiter. Jetzt beginnt der berühmt-berüchtigte Ho-Chi-Minh-Pfad, ein mit Steinen und Wurzeln gespickter, schmaler Dammweg entlang der Emme.

Auch im Lichtkegel der Stirnlampe ist der vorhandene Untergrund nicht immer genau auszumachen, und so ergeben sich zwischendurch trotz voller Konzentration einige Stolperschritte mit Balanceakt. Es gelingt mir, drei Läufer vor mir zu überholen, da meldet sich ein dringendes Bedürfnis. Was sein muss, muss sein. Während des Wasserlösens huschen natürlich die vorher überholten Läufer wieder an mir vorbei und ich kann meine Aufholjagd von neuem starten. Trotz striktem Radverbot auf diesem Streckenabschnitt muss ich zwei Velobegleitungen mit Läufer an mir vorbeiziehen lassen. Auf dieser unebenen Wegstrecke fängt meine linke Fusssohle an zu schmerzen. Immer wenn ich auf einen spitzen Stein oder eine vorstehende Wurzel trete, durchzuckt mich ein stechender Schmerz. Ich versuche vorerst möglichst auf flache Stellen zu treten, um den Schmerz etwas zu dämpfen. Irgendwie gelingt es mir, den Schmerz zu ignorieren und das 10 km lange Teilstück zufriedenstellend zu meistern. Endlich wieder Licht in Sicht, der Verpflegungsposten bei Kilometer 66 taucht aus dem Dunkel auf und mein Velobegleiter ist wieder bereit, mir zu folgen. Schnell einen Becher Bouillon trinken und ab geht es durch ein Biberister Aussenquartier in westlicher Richtung nach Lohn. Eigentlich hätte dort beim Bahnhof die Frauenbetreuung warten sollen, von ihnen ist aber nichts zu sehen. Etwas enttäuscht lenke ich meine etwas müder gewordenen Füsse dem langsam erwachenden Tag entgegen. Der feine Duft aus einer nahen Bäckerei und das immer lauter werdende Vogelgezwitscher lässt die Lebensgeister wieder etwas erwachen. Ich versuche wieder seit Minuten einen Energieriegel zu Brei zu zerkauen und ihn mit verachtender Miene durch die Speiseröhre in den Magen zu befördern. Es gelingt mir nur mit grösster Willenskraft und Überlebensdrang.

Bibern, Kilometer 76.5, meine Fangemeinschaft macht mir wieder Hoffnung. Sie schreien mich förmlich die 45 Höhenmeter den Berg hinauf. Eigentlich müsste ich schon länger mal aufs Klo, aber ich finde keine Stelle, die mir eine angenehme Kauerstellung verspricht. Vor mir erblicke ich zwei Toi WC-Häuschen, gerade hat jemand die Türe hinter sich geschlossen. Ich ziehe am Türgriff daneben, aber ohne Erfolg. Es scheinen noch andere Läufer stinkwichtige Sitzungen zu haben. So breche ich mein Unterfangen ab und eile weiter den Berg hoch. Nun scheint mir die Zeit gekommen, meine Ernährung für den letzten Viertel der Strecke etwas umzustellen. Ab sofort keinen Riegel mehr, sondern nur noch dickflüssigen Gel mit Kaffeegeschmack aus der Tube, gut hinuntergespült mit Coca Cola ohne Kohlensäure. Ich bin nun auf dem höchsten Punkt zwischen Bibern und Arch angelangt und versuche mich im Bergablaufen. Ich merke sofort, dass mir das talwärts laufen mehr Mühe bereitet als gewohnt, deshalb mache ich möglichst kurze Schritte und husche mit meinen Füssen nur noch knapp über den Boden.

Nach Arch beginnt ein Streckenteil, den ich noch nicht kenne. Er führt ca. 10 Kilometer weit alles der Aare entlang über Büren bis nach Meinisberg. Zwischenzeitlich ist es schon recht hell geworden. Über uns ballen sich dunkle Wolken zusammen und lassen nichts Gutes erahnen. Schon fallen erste grosse Tropfen und es werden immer mehr. Es artet zu einem richtigen Gewitterschauer aus und innert Kürze bin ich pflotschnass. Es beginnt ein richtiger Slalomlauf um die grössten Pfützen, der hochspritzende Dreck bedeckt die nackten Waden mit einer dicken, graubraunen Schlammschicht. Zum Glück hat jede Wolke einmal ausgeregnet, so auch diese, und schon machen sich erste Sonnenstrahlen auf den Weg zu mir. Es wird wieder etwas angenehmer und die Kleider kleben nicht mehr am Körper. Mit grosser Spannung erwarte ich die in Kürze auftauchende Kilometertafel 90. Und da ist sie, nur noch lumpige 10 Kilometer trennen mich vom Ziel, sozusagen ein Katzensprung! Ein fragender Blick zu René und schon erfolgt die Zeitangabe: Es ist halb sieben! Ich dachte mir, es sei schon viel später. Jetzt bin ich also 8.5 Stunden unterwegs und fühle mich noch ausgezeichnet. Klar sind die angepeilten 9 Stunden nicht mehr zu schaffen, das ist mir schon lange bewusst, aber unter der 9.5 Stunden-Grenze sollte es möglich sein, wenn alles rund läuft. Mit Freude und voller Zuversicht hetze ich den kommenden Meinisberger Stutz hinauf und kann wieder zwei Läufer überholen. Mitten im Berg ertönen plötzlich "hopp Chregu"-Rufe und schon fährt ein Bike an meiner Seite. Die Stimme kenne ich, sie gehört zu Dani Hofer. Wie sich aus dem Gespräch herausstellt, betreute er auch einen Mitläufer, der jedoch das Rennen aufgeben musste. Wir schwatzen noch einige Worte und dann entschwindet er mit aufmunternden Worten in Richtung Biel.
Ich hole jetzt immer wieder Läufer ein, die ganz langsam joggen oder marschieren. Es sind solche, die total erschöpft sind, die sich einfach noch irgendwie über die letzten Kilometer quälen. Ab dem 95. Kilometer ist jeder folgende Kilometer ausgeschildert. Den einen hilft es, den andern kommen die letzten Kilometer wie die Unendlichkeit vor. Mich beflügeln sie und auch Renè kann mich nochmals voll motivieren, alles zu geben. Der letzte Kilometer wird zu einem richtigen Steigerungslauf, meine Schritte werden länger und schneller, vor Augen das langersehnte Zielband. Eine tiefe Freude kommt über mich. Unter frenetischem Applaus und mit Tränen in den Augen falle ich im Ziel meiner Freundin in die Arme.
Es ist vorbei, ich habe es geschafft, den 100 km-Lauf von Biel zum 10. Mal absolviert! Die Zeit von 9'26'05 Stunden ist nebensächlich, was zählt ist die Leistung und die Feststellung, dass ich mich körperlich noch in einem guten Zustand befinde und nie über die absolute Leistungsgrenze gehen musste.
Auf meinen Kollegen Thaddy muss ich nicht lange warten, 25 Minuten nach mir kann ich ihm für die tolle Leistung bei seiner ersten Teilnahme herzlich gratulieren. Nach vielen Glückwünschen, einer wohltuenden Dusche, einem anschliessenden verdienten Bier-Prost und einem Schnitzelbrot geht es ab nach Hause zum ersehnten Mittagsschlaf.

Christian Schacher

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Bergwanderung - Berner Oberland - 21. /22. Juli 2007

Unter der Führung von Christian Schacher trafen sich am Samstagmorgen, 21. Juli 2007, 17 Mitglieder der Laufgruppe Niederamt im Bahnhof Olten für die 10. zweitägige Bergwanderung. Schon die Zugfahrt in Richtung Meiringen sorgte für Überraschungen. Aufgrund eines Streckenunterbruches in Ostermundigen fuhren wir nach einem ersten Umsteigen in Bern in Richtung Belp und gelangten so trotz Schnellzug in einem Bummelzugtempo auf einer für die meisten wenig bekannten Strecke nach Spiez. Mit einer fast einstündigen Verspätung erreichten wir Meiringen.

Wer sich denkt, dass eine Laufgruppe diese Verspätung mit einem hektischen Aktiveinsatz wett zu machen versucht, sah sich getäuscht. Wie es sich für einen Jubiläumsanlass gehört, fand im nächstbesten Restaurant ein Beizenstopp statt, bei dem die Energiereserven mit Kaffee und Nussgipfel weiter aufgebaut und mobilisiert wurden.
Eine kurze erste Gehstrecke führte uns zur Reichenbachbahn, die uns in schwindelerregender Steilheit dem tosenden Reichenbachfall entlang in die Höhe führte und uns einen ersten erschwerenden Anstieg ersparte. Schon bald fühlten wir uns dem kühlen Sprühregen des in die Tiefe stürzenden Wasserfalls ausgesetzt, der die eher feucht-düsteren Wetterprognosen für dieses Wochenende zu bestätigen schien. Das Wetter hielt sich jedoch gut und so machten wir uns auf feuchten, jedoch trittsicheren Wegen auf in Richtung Rosenlaui-Schlucht, die wir am frühen Nachmittag erreichten. Die faszinierenden Abgründe der Gletscherschlucht, das Wasser, das sich seit Jahrtausenden schäumend und reissend einen schmalen Weg in die Tiefe frisst, bereitete uns auf das vor, was uns am nächsten Tag erwarten sollte: kühlfeuchte Witterung, spannende, verengte Aussichten, schattige Stimmungen. Getrübt wurde unsere Laune dadurch nicht; das Wetter hielt sich besser als vorhergesagt, so dass wir trockenen Fusses das Berghotel Schwarzwaldalp erreichten, das uns für eine Nacht Unterkunft und Verpflegung bot.
Natürlich war auch für Unterhaltung gesorgt. Ein Topmoderator von Radio H war beinahe rund um die Uhr live auf Sendung und sorgte mit Kommentaren zum aktuellen Wetter- und Wanderverlauf, gespickt mit pointierten Schilderungen eigener Lebenserfahrungen, unermüdlich und ausdauernd dafür, dass wir von der rauschenden Stille der uns umgebenden Bergwelt nicht erdrückt und überwältigt wurden. Für jene, die im Massenlager übernachteten, soll sogar ein speziell einstudiertes Nachtprogramm zur Verfügung gestanden haben.

Mit dem Einbrechen der Dämmerung verdichtete sich die Wolkendecke. Der Regen setzte ein und prasselte bald derart in Strömen nieder, dass er vom randvoll gefüllten Pfannibach akustisch nicht mehr zu unterscheiden war.
Am Sonntagmorgen ging die Wanderung weiter durch eine wolkenverhangene Bergwelt, zuerst auf dem Romantikweg in Richtung grosse Scheidegg, flechtenbedeckten knorrigen Ahornbäumen entlang. Schon bald verwandelten erste Regentropfen die Laufgruppe in eine kapuzenbehangene Wandergemeinschaft, die die steil aufsteigende Naturstrasse dem Pfannibach entlang wackeren Schrittes in Angriff nahm. Nachdem wir mehr als 600 Höhenmeter überwunden hatten, folgten wir einem schmalen Wanderweg durch saftig grünes Gras in Richtung Hornseeli, das zuerst gar nicht als solches erkennbar war, sondern eher als grauwolkige Nebelschwade in Erscheinung trat. Nach einer kurzen Rast an den Ufern des geheimnisvoll grau gefärbten Gewässers führte der Weg hinunter zur Alp Scheidegg, von wo uns tröstliches Geläute von Kuhglocken in einer sonst eher menschenleer wirkenden Bergwelt begleitete. Steil ansteigende Pfade führten uns von dort dem höchsten Punkt unserer Wanderung entgegen. Vor uns tauchten Wiesen, Felsen und Bergbäche immer wieder wie neu entstanden aus den Wolken- und Nebelschwaden auf. Die Aussicht auf verschneite Bergriesen blieb uns vorerst verwehrt. Umso mehr konnten sich unsere Augen am Anblick der farbenfrohen Blumen weiden, die uns aus Bergwiesen und Felsnischen entgegen strahlten. Die Landschaft wirkte zunehmend hochalpin, Schnee- und Schotterfelder machten den blumenübersäten Wiesen Platz, die Temperatur wurde deutlich kühler. Durch Schnee stampfend erreichten wir den Übergang Wart. Der Abstieg erfolgte schroffen Karstfeldern entlang und bot immer wieder Ausblick auf bizarre Gesteinsformationen und Felsschichten, die jene Kräfte deutlich machten, die diese Gesteinsmassen vor langer Zeit aufgetürmt hatten. Letztlich wurden auch jene belohnt, die die 1500 Meter Aufstieg vor allem der Aussicht wegen in Angriff genommen hatten. Die Wolken teilten sich und gaben den Blick auf majestätisch aus dem Grau auftauchende verschneite Bergriesen wie das Wetter- und das Schreckhorn frei.
Mit müden Beinen erreichten wir nach mehr als 6-stündiger Wanderung die Bergstation First, wo es mit der Gondel gemütlich nach Grindelwald und mit dem Zug nach Hause ging. Dir Christian noch einmal vielen Dank für die spannende Wahl der Route und die kompetente Führung während diesen zwei Tagen.

Heidi Wechsler und Beat Steiger

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Lüggereträff oder Weinvernichtungsaktion

Wie kann man sich helfen, wenn man Mühe bekundet, für einen Bericht eine Schlagzeile zu finden? - Ganz recht! Man lässt sie weg - oder schreibt mehrere.

Schlagzeilen

Sechs Flaschen Rotwein als Gruppenpreis am Lüggerelauf
Sechs Läufe Gruppenrot als Preisflaschen am Weinlüggere
Sechs Gruppen Lüggereweine als Rotpreis für Laufflaschen
Sechs Gruppenflaschen mit Rotpreis am Weinlauf in Lüggeren
Sechs Lüggere weinen nach Rotlauf um Gruppenflaschenpreis
Sechs rote Gruppen laufen um Weinflaschen als Lüggerepreis
Sechs Preisweine für Lüggereflaschen gelaufen in Gruppenrot
Sechs Weinende gruppieren sich um Lüggereflaschen, preisen und laufen rot an

Nachfolgende Bilder, ergänzt durch passenden Text, geben einen oberflächlichen Einblick in die Problematik, alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen der LGN, die am Johanniterlauf (Lüggerelauf) teilgenommen haben, auch an die Vernichtung des Gruppenpreises, sechs Flaschen Rotwein, zu bringen.

 

Erster Teil der minutiös geplanten Vernichtung der sechs Flaschen Rotwein besteht wie auch vor Wettkämpfen in nachhaltigem Aufwärmen und gezielten Mobilisationsübungen. Hier die Armübung «Vorwärts hoch mit Ballast» (Mit Prosecco gefülltes Becherglas, erschwert durch Sirup). Mehrfache Wiederholung.





Dirigentenstab und Frack nicht mehr auffindbar! So muss der Grilleur die Lüggererotweinflaschenhymne mit Grillierzange und diskret gestreifter Schürze dirigieren. So wie Dirigent dreinschaut, hat es auch getönt – zum Weinen. Dem Wein hat’s nicht geschadet. Den Grilladen auch kaum.












Da Teilnehmer und –innen Mobilitätsübung «Vorwärts hoch mit Ballast» ohne Gelenkschäden überstanden haben, wird sie ständig wiederholt und auch perfektioniert. Mit wenigen Ausnahmen schaffen es auch beinahe alle synchron rechtshändig und ganz professionell – mit Kopf wegdrehen.





 

Mit vorbildlichem Einsatz und auch eifrig, durch Mangel an Praxis aber noch recht steif, die beiden Nachzügler. Im Bewusstsein der fehlenden Praxis hält der Kamerad links zum Nachexerzieren die Reserveflasche gleich umklammert.







Hier eine eindrückliche Demonstration der hohen Schule der gekonnten zweihändigen Verschnabulierung von Schokocrème. Man beachte die Eleganz des Zeigefingereinsatzes mit der gleichzeitigen diskreten Bereitstellung des Schöpflöffels, der nächstens via Schüssel zum Mund geführt wird.












Schlichtweg perfekt! – Das Eintauchen in die Schokocrème, das Einssein mit dem Gefäss, die Hingabe und das blinde Vertrauen in die eigene Zunge sind unübertrefflich

Der Grilleur






 

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Mein Traum von Bern - Frauenlauf

Eines Nachts träumte ich, dass ich am 21. Frauenlauf vom 10.06.07 in Bern teilnahm. Zur „Berichtschreiberin“ gezwungen (sprich gewählt), am frühen Morgen beinahe den Zug in Olten verpasst, keine Startnummer in der Sporttasche….. Von mir aus hätte dieser (Alb)Traum jetzt schon zu Ende sein können… Nein, ich muss mich ja noch ins Laufdress stürzen, meine Startnummer organisieren, einlaufen. Zwischendurch noch schnell an die Laufstrecke und die anderen LGlerinnen anfeuern.

Dann 9.45 Start 10 km / 3. Startblock. „Noch 30 Sekunden“ tönt es aus den Lautsprechern. Die Begleitfahrzeuge und der Speakerwagen reihen sich vor der Startlinie auf. 3-2-1- Schuss! Die ersten 100 Meter geht es leicht bergab. Nur nicht zu schnell losrennen! Nach weiteren 300 Metern hat sich das Feld etwas in die Länge gezogen. Vor mir vier weitere Läuferinnen. Schon bald werden wir von der ersten Band mit lauter Musik empfangen – Adrenalin pur! Dann links abbiegen Richtung Monbijou-Brücke. Kilometer 1 ist schon vorbei. Jetzt laufe ich alleine. „In Führung Startnummer 3713 ca. 20 Meter vor dem Feld!“ Das gibt’s doch nicht, bin ich etwa zu schnell losgelaufen? Nein, eigentlich fühle ich mich gut. Da, schon Kilometer 2 in Sicht und bereits die erste Verpflegung. Ca. 30 Becher werden mir entgegengestreckt. Welchen soll ich nehmen? Ein Schluck Wasser und weiter. Jetzt die langgezogene leichte Steigung Richtung Thunplatz. Es ist heiss. Ich wechsle die Strassenseite und laufe im Schatten der riesigen Bäume. Über der Strasse eine Dusche - tut das gut! Eine Linkskurve und dann die Jungfraustrasse locker bergab. „Startnummer 3713 weiter in Führung mit 300 Metern Vorsprung auf die restlichen Läuferinnen!“ Beim Helvetiaplatz erwarten mich die begeisterten Zuschauer mit tosendem Applaus „hopp, hopp, hopp“! Vor mir das Begleitfahrzeug. Ich habe ganz vergessen, auf die Uhr zu schauen. Hoffentlich bin ich nicht doch zu schnell unterwegs! Kann ich dieses Tempo weiterlaufen? Eigentlich kann ich gar nicht mehr richtig denken. Alles dreht sich in meinem Kopf. Schon Kilometer 4 und 5, vorbei am Bundeshaus, der Bundesgasse, beim Start. Jetzt nochmals der gleiche Rundkurs. Nur nicht übermütig werden und das Tempo beibehalten. Der Vorsprung wächst auf 500 Meter. Kilometer 6, 7 und 8 sind geschafft! Noch 2 Kilometer bis ins Ziel. Ich laufe, nein ich lasse mich tragen, höre meinen Namen, meine Zwischenzeit. Einfach rennen, die tolle Atmosphäre geniessen, die Zurufe, die vielen Zuschauer. „Startnummer 3713 auf dem letzten Kilometer“. Jetzt durch die engen Gassen, die vielen bunten Ballone, die Stimmung, die Rätschen, so etwas habe ich noch die erlebt! Die letzten Meter auf dem Bundeshausplatz - Zieleinlauf! ----- Schade, mein Traum ist zu Ende! Ich hätte gerne noch weitergeträumt…

Angelika Küng

Teilnehmerinnen und Leistungen

10 Km Basler Andrea
Küng Angelika
Moor Daniela
Peier Kathrin
Püntener Ruth
Scheuss Evelyne
Thalmann Rita

53,07
42,30
46,25
53,50
53,57
51,35
56,46

5 Km Walking Siegrist Bettina
Buss Ladina
Küng Angelika
Küng Jennifer
Moor Sabina
Peier Lea
42,14
22,58
28,09
28,03
25,24
28,41


 

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25. Johanniterlauf Auffahrt - 17. Mai 2007

Dem Aufruf unserer technischen Leiterin Karin zum Mitmachen am diesjährigen Johanniterlauf sind gerade mal 9 Personen gefolgt. Bei strömendem Regen fuhren wir also frühmorgens, begleitet von unserem Coach Chregu Theiler, voll motiviert nach Leuggern. Unterwegs versuchten wir mit allen Mitteln, uns aufzuheitern und mental auf den Lauf vorzubereiten.

In Leuggern angekommen, hiess es Startnummer abholen und Tenü wechseln. Soll man nun lange oder kurze Hosen anziehen? Sind lange Aermel gefragt oder nur ein Träger-Liibli? Gehört die Mütze auf den Kopf oder geht es ohne? Der Regen hatte nachgelassen und die meisten Fragen waren damit beantwortet. Nach einem kurzen Einlaufen und Aufwärmen begaben wir uns ins Startgelände, wo um 10.00 Uhr zum 6,5 km langen Joggerlauf gestartet wurde. Christian Schlosser hatte sich für den Kurzlauf entschieden und ging ab, wie von der Tarantel gestochen. Sein Resultat war den auch hervorragend: Er platzierte sich auf dem 4. Rang bei den Jogger Herren.

Um 10.15 Uhr ging der Startschuss zum 10,5 km langen Panoramalauf los. Vorne gingen sie ab wie wenn sie auf der Flucht wären: Chregu, Beat und Ruedi, Veronika und Ursula liessen sich fast nicht abschütteln und Karin, Nick und ich rollten das Feld von hinten auf .......... Ganz ist uns dies nicht gelungen. Es war aber einmal mehr ein toller Lauf bei angenehmer Temperatur und "guter" Luft. Das Terrain war nach dem Regen dementsprechend glitschig. Die Bilder der frisch betonierten Waden und verspritzten Shirts sprechen für sich.



Nach dem Lauf folgte ein kurzes Brainstorming, wo die Sekunden alle unterwegs verloren gegangen waren, wo man noch hätte zulegen können und wo man beinahe im Morast gelandet wäre. Dann ab unter die Dusche, um später putzt und gschtrählet im Festzelt den Durst zu löschen und die Kohlenhydratspeicher wieder zu füllen oder zuerst die Wädli von der hübschen Masseurin kneten zu lassen.



 

Über Podestplätze freuten sich Karin Kissling (3. Kat. Damen 1), Veronika Grimm (2. Kat. Damen 3) und Christian Schacher (1. Kat. Herren 3). Dieser tolle Einsatz wurde belohnt mit einer schönen Medaille, einer Rose und einem Naturalpreis vom reichgefüllten Gabentisch.

Bei der anschliessenden Verlosung war zudem einem LGN-Mitglied das Glück hold; es winkte eine Naturalgabe. Und weil wir so zahlreich in "Lüggere" erschienen sind, erhielten wir als Gruppenpreis noch einen Karton mit 6 Flaschen Rotwein. Alles in allem ein erfolgreicher Anlass für unseren Verein, wenn man bedenkt, dass ausserdem drei Mitglieder einen Gratisstart erhalten hatten.



Und wenn wir an die Fortsetzung dieses Anlasses denken, freuen wir uns bereits auf das bevorstehende traditionelle Lüggere-Brötle. In gemütlicher Runde lassen wir jeweils nochmals das Rennen Revue passieren und geniessen den erlaufenen Rebensaft. Wir bedanken uns schon heute bei den Gastgebern Ruedi und Marie-Therese Künzli für die Gastfreundschaft.


Evelyne Scheuss

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Laufen mit Herz - 12. Mai 2007

Bei angenehmen äusseren Bedingungen drehten am Samstag, 12. Mai, Läuferinnen und Läufer, Walkerinnen und Walker Runden, um für die Herzstiftung Olten Geld zu sammeln. Organisiert wurde der Anlass vom Rotary-Club Gösgen-Niederamt und der Herzstiftung Olten unter Mithilfe des Rotary-Clubs Olten West.

62 Läuferinnen und Läufer bewältigten die etwa einen Kilometer lange Runde von der Schützenmatte über den Gäubahnsteg, die Aarburgerstrasse, die alte Holzbrücke, den Salzhüsliweg zurück zum Ausgangspunkt so oft wie möglich.

Der zum siebten Mal durchgeführte Sponsorenlauf brachte die beachtliche Summe von 30'800.-- Franken ein. Einen nicht unwesentlichen Beitrag haben einige Mitglieder der LG Niederamt erlaufen. Unter die eifrigen Geldsammler haben sich auch Prominente gemischt, so waren Regierungsrätin Esther Gassler sowie Stadtpräsident Ernst Zingg unterwegs.

So ein Anlass in nächster Umgebung ist natürlich beste Werbung für unseren Verein. Einer mit den höchsten Sponsoren-Einnahmen war unser Mitglied Peter Meier mit 108.-- Franken pro Runde, mit 21 Runden ist Christian Schacher am weitesten gelaufen. Es ist wichtig, dass solche Veranstaltungen am Leben bleiben und sich die Teilnehmerzahlen vergrössern. Denn jedermann und -frau könnte einmal mit Herzproblemen zu kämpfen haben und dann über die Unterstützung der Herzstiftung froh sein. In einem Jahr werden wir wieder Gelegenheit haben, zwei Stunden lang "mit Herz für Herz" zu laufen.

Für das Einholen von Sponsorengeld für die Herzstiftung haben sich folgende Mitglieder eingesetzt:

Rolf Humbel, Kurt Roth, Gabi und Roland Giger, Brigitte und Norbert Caspar, Peter Meier, Christian Schacher.

Christian Schacher

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GP Bern - 12. Mai 2007

Die 10 "schönsten Meilen" der Schweiz fanden am Samstag bei herrlichem Sommerwetter zum 26. Mal statt. Was sollte uns - Daniela Moor und mir - also bei diesen Voraussetzungen eigentlich passieren? Konnte da etwas schiefgehen?


Nach einem fast über 1 Stunde (auf Wunsch von Daniela) dauernden Einlaufen - bei dieser Hitze schon eine Anstrengung - konnten wir zusammen zu unserem Startblock Nr. 17 gehen, denn wir waren im gleichen Block eingeteilt. Welch eine Anspannung sich dann löste, als es endlich losging, kann sich jeder Läufer zur Genüge vorstellen. Mit unheimlich lauter und durchaus toller Musik starteten wir vom neuen Wankdorf-Stadion in Richtung Altstadt und wurden von den zahlreichen Zuschauern lautstark angefeuert. An die Hitze war am Anfang des Rennens wegen dieser Unterstützung gar nicht zu denken.

Aber nach einer guten halben Stunde machte sich die starke Sonne doch bemerkbar und ich war froh über die freiwilligen Duschen, mit denen uns die Zuschauer aus ihren Gartenschläuchen viel Abkühlung brachten. Endlich im Dählhölzli-Tiergarten, konnten wir den herrlichen schattigen Wald geniessen, obwohl es ein gutes Stück bergauf ging. Die Steelbands haben uns immer wieder neuen Schwung verliehen und so trafen wir nach der Überquerung von div. Brücken beim Bundeshaus ein, wo uns ein blauer Teppich ausgelegt wurde, auf dem wir nur so dahinschwebten...

Nochmals durch ein dichtes Zuschauerspalier in der Altstadt mussten wir nochmals bergauf - am Bärengraben vorbei - laufen, um die letzte Meile bis ins Ziel müde, aber glücklich anzukommen. Ein herrliches Gefühl, den Piepston beim Erfassen der Zeit im Ziel zu hören. Dort erwartete mich schon "sehnsüchtig" Daniela, denn sie war bereits 15 Minuten früher als ich eingelaufen. 

Vor allem die Dusche nach dem Lauf - zusammen mit mindestens 100 - 200 Männern - möchte ich nicht vermissen..... 
Es war wieder ein tolles Erlebnis und für 2008 habe ich diesen Termin fest eingeplant!

Hans-Ulrich "Nick" Dion

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Vier LGN-Mitglieder am Zürich-Marathon

Zum fünfzigsten ein Marathon!

Ich betreibe seit jungen Jahren, je nach Gesundheit, mehr oder weniger Sport. Handball und Fussball waren die Lieblingssportarten in meiner Jugendzeit, doch Verletzungen und Abnützungen liessen diese Sportarten nicht mehr zu. Nach längerer Sportabstinenz entdeckte ich die Liebe zum Laufsport. Er ermöglicht mir insbesondere, individuell zu trainieren, was ich sehr schätze. Zum Ausgleich und um die Gelenke zu schonen, fahre ich auch regelmässig Velo. 
An Laufsportveranstaltungen teilzunehmen, war nach meinem Neubeginn kaum zu denken, ich war schon froh, längere Trainingseinheiten ohne Schmerzen absolvieren zu können. Mit der wieder gewonnen Ausdauer, kamen auch erste Gelüste über eine Teilnahme an Läufen auf. Ohne mich von einer gewünschten Zeit unter Druck setzen zu lassen, absolvierte ich in den vergangenen Jahren Läufe bis zum Halbmarathon.

Vor wenigen Monaten, an unserer Klassenzusammenkunft, beschlossen zwei Schulkollegen und ich, uns zum fünfzigsten einen Marathon zu leisten. Wann und wo legten wir noch nicht fest, doch der Berlin-Marathon war unser Favorit. Anfang Jahr kamen plötzlich Zweifel auf, kann ich eine solche Distanz überhaupt laufen? Wie trainiere ich? Wie verpflege ich mich? Welches Tempo schlage ich an? Sollten wir diese Erfahrung nicht in der Nähe machen?
Die erstbeste Gelegenheit ergab sich beim diesjährigen Zürich-Marathon. Obwohl uns (nur noch zu zweit) die Zeit nicht mehr reichte, um ein gezieltes und aufbauendes Training durchzuziehen, waren wir guten Mutes, die Distanz durchstehen zu können. Was ich nicht so gut einschätzen konnte, war die Laufzeit, doch unter vier Stunden sollte sie schon liegen.

Eine weitere Ungewissheit stellte die Verpflegung dar. Ich war mir nicht gewohnt, während eines Laufes die unumgängliche Nahrung aufzunehmen. Somit wusste ich auch nicht, wie mein Magen auf Bananen, Gel, Riegel und Sportdrinks reagieren würde.


Der Lauf:
Zu Beginn des Laufes versuchte ich, kein zu hohes Tempo anzuschlagen. Dies ist mir dank der Pacemaker recht gut gelungen. Die ersten beiden Viertel lief ich genau gleich schnell. Verpflegt habe ich mich regelmässig mit kleinen Bananenstücken und Wasser. Bis zu Kilometer 35 wurde ich etwas langsamer, fühlte mich aber der Distanz entsprechend immer noch recht gut. Nun wurden die Beine aber schwer, die Schritte kürzer und die Muskelschmerzen nahmen rasch zu. Dank der tragenden Zuschauermasse in der Zürcher Innenstadt und der tollen Unterstützung von Evelyne, Christian, Monika, Däty, Corina und Adrian überstand ich auch noch das letzte Viertel ohne zu gehen. Dennoch kamen auf den letzten Kilometern Gedanken über Sinn und Unsinn von solchen Strapazen auf. Doch diese waren kurz nach dem Zieleinlauf wie weggeblasen und es kamen, trotz grosser Müdigkeit, wunderbare Glücksgefühle auf. Das Ziel, den Marathon unter vier Stunden zu Laufen, habe ich mit 3.42.50 mehr als erreicht. Übrigens, mein Schulkollege Peter H. erreichte die tolle Zeit von 3.27.30.


In den folgenden Tagen machte mir das Gehen und Aufstehen grosse Mühe, doch nach etwa fünf Tagen war der Muskelkater wieder verflogen.

Der Marathonlauf von Zürich war für mich ein tolles Ereignis bei absolut idealen Bedingungen. Trotzdem werde ich bestimmt kein regelmässiger Marathonläufer, bin aber derart begeistert und auch motiviert, um noch in diesem Jahr am Berlin-Marathon teilzunehmen. Ich freue mich bereits jetzt darauf und hätte niemals gedacht, dass ich mit 50 gerade zwei Marathonläufe absolvieren würde.

Fritz Ramseier

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GV 2007 der Laufgruppe Niederamt 

Der Saal war gefüllt, genau 19:15 Uhr eröffnete die Präsidentin der Laufgruppe Niederamt, Evelyne Scheuss, die 9. ordentliche Generalversammlung 2007. Wieder haben sich zahlreiche Mitglieder der LGN im Restaurant Frohsinn in Obergösgen versammelt, um auf das Vereinsjahr 2006 zurückzuschauen und sich über die Vorhaben im 2007 zu orientieren. Ein grosser Verein mit 103 Aktivmitgliedern, davon 50 Frauen, und 17 Gönner, der sich für den Laufsport in der Region engagiert. Sowohl für Einsteiger, für gemächliche Läufer, für Fortgeschrittene wie auch für Ambitioniertere, die sich ab und zu an Wettkämpfen messen wollen. 

Nach der statutengerechten Verlesung der Berichte und Genehmigung der Bilanz und Erfolgsrechnung 2006, welche erneut mit einem geringen Gewinn positiv ausfiel, konnte der Vorstand mit gebührendem Applaus entlastet werden. Die gesunde finanzielle Lage und das Budget 2007 lassen es zu, den tiefen Mitgliederbeitrag von 30.- beizubehalten. Eine gute Ausbildung der Laufgruppenleiterinnen und –leiter wird dabei grossgeschrieben. Dieses Jahr erstmals mit der LSG Olten gemeinsam organisiert und durchgeführt, konnte so nebst einem abwechslungsreichen und professionell gestalteten, lehrreichen Kurs auch noch Geld eingespart werden. Eine vielfältige Routenwahl in den Trainings und im Winter spezielle Übungen in der Halle machen das Laufprogramm zudem sehr abwechslungsreich. Sicherheit ist dabei oberstes Gebot, was sie an den Leuchtwesten beobachten können, wenn sie Dienstagabends auf eine unserer Laufgruppen stossen. 

Dieses Jahr ist eigentlich kein Wahljahr gemäss Statuten. Trotzdem wurden aufgrund von Veränderungen im Vorstand mit dem Rücktritt des Kassiers und sich daraus ergebenden Rochaden bei den Rechnungsrevisoren Ersatzwahlen notwendig. Roger Schenker, ein langjähriges und aktives Vereinsmitglied, hat für das Amt des Kassiers nach 5 jährigem Einsatz einem Nachfolger Platz machen wollen. Seine Verdienste in diesem wichtigen und von ihm überaus seriös und professionell geführten Ressort wurde mit einigen, eigens für ihn gedichteten Versen durch die Präsidentin vorgetragen und mit einem edlen Tropfen verdankt. Mit Erich Franz, dem Leiter der Finanzverwaltung von Lostorf und LGN Mitglied seit 1998, konnte dieses vorbildlich und einwandfrei geführte Ressort ideal neu besetzt werden. Der Bereitschaft für das uneigennützige Engagement, sowohl des abtretenden als auch des neu amtierenden Vorstandsmitgliedes, wurde mit grossem Applaus Annerkennung gezeigt. 

In der Folge musste auch das Amt des Vizepräsidenten neu besetzt werden. Hier hat die Generalversammlung den Vorschlag des Vorstandes zur Neubesetzung durch Beat Stauber als bestehendes Vorstandsmitglied einstimmig bestätigt. Als Rechnungsrevisorin wurde Ruth Püntener wiedergewählt und zur Neuwahl Marc Widmer vorgeschlagen. Auch dieser Vorschlag wurde durch die GV einstimmig bestätigt. Anschliessend wurde das bekanntermassen reichhaltige und abwechslungsreiche Tätigkeitsprogramm 2007 genehmigt. Dieses sowie das Trainingsprogramm der vier Laufgruppen Kategorien können im Detail demnächst auf der eigenen Homepage öffentlich eingesehen werden. Auch die Nordicwalking Gruppe trifft sich übrigens jeden Dienstag Abend um 19:00 Uhr zum gemeinsamen Training. 

Als spezieller Anlass war die Ernennung eines Ehrenmitgliedes traktandiert. Erstmals in der bald 10 jährigen Vereinsgeschichte hat der Vorstand ein Mitglied der LGN als Ehrenmitglied vorgeschlagen. Werner Hofer durfte für seine langjährigen Verdienste, in den Anfängen bereits bei den ersten Treffen einiger Laufbegeisterter in der Region mit dabei, dann als Gründungsmitglied des Vereins, die Mitwirkung im Vorstand, das lobenswerte Engagement bei der Organisation und Durchführung von Laufsport Anlässen in der Region und schliesslich als immer noch aktives Läufermitglied eine Ehrenurkunde und speziell gravierte Zinnkanne mit Becher entgegennehmen. Die ganze Versammlung hat dieser Ehrung ihre vollste Zustimmung durch ein langes Applaudieren gezeigt. 

Zum Schluss hat es der Zufall gewollt, dass gleichzeitig zur LGN auch die Burgjodler Göskon ihre Generalversammlung abgehalten haben. Es ergab sich also eine ungeplante Begegnung zweier Vereine in der Art, dass die Jodlergruppe den Läufern ihr Können spontan mit zwei Liedern zum Besten gaben. Diese extravagante Darbietung kam genau richtig zum Ausklang der GV als urchige Unterhaltung während des Nachtessens. Dieser gemeinschaftliche Sinn und Geist trifft genau das LGN Motto, das wir in unserem Verein leben wollen. Freude am Laufen und geselliges Beisammensein. Ein Besuch lohnt sich, wir freuen uns auf Sie! 

stb – 23.2.2007

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Willehaus-Training

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Langlaufweekend Goms

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Tüfelsschlucht-Lauf

























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Exklusiv-Interview mit „Herrn Tüfel aus der Tüfelsschlucht“ vom 22. April 2007,
unmittelbar nach dem Tüfelsschlucht-Berglauf

Guten Tag, Herr Tüfel.
Tag, Herr Reporter!

Im Vorfeld dieses Anlasses haben Sie ja angekündigt, sie würden alles daran setzen, dass diese Schar unentwegter Läuferinnen und Läufer das Ziel auf dem Allerheiligenberg nach 8.3 km und rund 500 Höhenmeter durch „Ihre“ Schlucht nicht erreichen wird. Wie ist es Ihnen dabei ergangen?

Nun, gegen Abend habe ich es erst mal aus allen Wolken giessen lassen, invernalisch gruselig, volle Kanne sozusagen. Sogar mir hätte es da gegraust …
… und dieser Wolkenbruch hat dann also die Sportler davon abgehalten, am Lauf teilzunehmen…
Äh…Nö…kurz vor dem Start um 19.00 Uhr ist mir das Wasser ausgegangen…
… die Teilnehmer sind also trotzdem gestartet; bei idealen Bedingungen, nicht zu warm und nicht zu trocken.
Erinnern sie mich bitte nicht daran!
Selbstverständlich haben sie sich, Herr Tüfel, deswegen nicht entmutigen lassen, nehme ich an? Was kam dann?
Jetzt kam Plan B zum Tragen: Zuerst jagte ich die Verrückten aus dem Dorf, wo sie dann in einer vier Kilometer langen Schlaufe ins Dorf zurückkehrten.
Zu welchem Zweck?
Die sollten total ausgelaugt und völlig erschöpft den Eingang „meiner“ Schlucht erreichen, sich dort sagen NIE, NIE WIEDER und ab nach Hause gehen.
Das hat ihnen dann also den Rest gegeben?
…Nö… die sind einfach frisch-fröhlich an mir vorbeigerannt, die Schlucht hinauf. Es ist zum Hörnerausrupfen, sag ich Ihnen!
Und wie weiter…?
Jetzt bereitete ich ihnen eine drei Kilometer lange Steigung über rutschige Brücken und Treppen, über Wurzeln, Stock und Stein. GIFTKLASSE 1, immer steiler, immer wilder, mitten durch „meine“ Schlucht. Das sollte diesen Kerlen und Kerlinnen endgültig den Garaus machen…
Und wie viele haben schlapp gemacht???
KEIN EINZIGER, zum Himmel noch mal!!! Alle haben den Allerheiligenberg erreicht, Lauter fröhliche Gesichter, und dann sind die noch stolz darauf. Ich wette, die kommen nächstes Jahr wieder, diese…diese... (nagt verzweifelt an den Hufnägeln)
Nicht traurig sein Herr Tüfel, vielleicht klappt es ja das nächste Jahr, und danke für das aufschlussreiche Interview.

PS : Einen teuflisch guten Lauf haben unter anderem auch folgende LGN-LäuferInnen absolviert:

F45 7. Zita Häfeli 50'41
F45 12. Annelise Müller 53'21
F50 6. Veronika Grimm 52'23
F50 14. Ingrid Wyss 57'48

M35 17. Christian Schlosser 42'18
M35 40. Andy Gilgen 47'06
M40 35. Kaspar Ritz 44'08
M40 53. Hanspeter Haas 45'59
M45 20. Richard Wälti 44'48
M45 26. Gerold Weibel 45'45
M45 54. Kurt Roth 52'16
M50 3. Christian Schacher 39'44
M60 19. Hans-Ulrich Dion 58'15
M60 26. Peter Meier 1'11'55

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Infekte: Gefahren im Laufsport

Zusammenfassung Vortrag Dr. Zenhäusern vom 24. Februar 2007

Im Rahmen der Gruppenleiter-Ausbildung zusammen mit der LSG Olten haben wir einen Referenten eingeladen, der für uns zu den beiden folgenden Themen einen Vortrag gehalten hat: „Infekte: Gefahren im Ausdauersport“ und „Kraft und Stabilisation im Laufsport“. Dazu waren alle Mitglieder der Laufgruppe Niederamt und der Laufsportgruppe Olten eingeladen. So füllte sich der Saal in der „Spanischen“ in Härkingen mit über 50 Personen, die alle ein interessantes, lehrreiches und amüsant vorgetragenes Referat erleben durften. Dr. Zenhäusern, ein Sportmediziner, der viele Spitzensportler in Einzeldisziplinen und Mannschaftssportarten betreut, hat mit seiner mitreissenden Art mit einigen hartnäckigen Vorurteilen aufgeräumt und uns einiges elementares Wissen eindrücklich weitergegeben. Insbesondere zum Thema Infekte soll hier das Wichtigste weitergegeben werden, da diese Informationen im Sportalltag uns allen von grossem Nutzen sein können.

Zecken

Zecken halten sich an Gräsern fest, lassen sich beim Vorbeilaufen abstreifen und geraten so an die Beine von Läufern. Dort krabbeln sie weiter, bis sie eine Hautstelle finden, die dünn und weich genug ist, um hineinbeissen zu können. Die bevorzugten Hautstellen sind deshalb Kniekehlen, Leistengegend, Innenseite Oberarm und unter den Achseln. 
Wichtigste Vorbeugungsmassnahme ist deshalb, nicht im Unterholz und durch hohes Gras zu laufen, sondern auf Wegen zu bleiben. Auch ein Insektenspray kann „abschreckend“ wirken. Nach dem Training sollte man sich sorgfältig absuchen, um eine Zecke zu entdecken, eventuell noch bevor sie sich festgebissen hat.
Wenn sich eine Zecke trotzdem festgebissen hat, sollte man die Zecke nicht selbst entfernen, da man durch den Druck mit Fingern oder Pinzette, die Zecke dazu bringt, sich zu erbrechen und so einen allfälligen Krankheitserreger weitergibt. Ein Arzt kann die Zecke sicher und risikolos entfernen.

Die Zecke kann zwei entscheidende für den Menschen gefährliche Krankheitserreger weitergeben:

1. Borreliose: Auslöser dieser Krankheit ist ein Bakterium, das 5 bis 50 % der Zecken in sich tragen. Die Krankheit kann mit Antibiotikum erfolgreich bekämpft werden.

2. Die Hirnhautentzündung (FSME): 0.5 bis 3 % der Zecken sind Träger dieser Viren. Die FSME ist eine schwerwiegende Krankheit, gegen die es keine Therapie gibt. Präventiv kann jedoch geimpft werden. Die Impfung ist 3 Jahre wirksam.

Virale Infekte wie Erkältungen, grippale Erkältungen, Grippe.

Die Viren setzen sich in den Muskeln fest, was sich als Glieder- und Kreuzschmerzen manifestiert. Die Skelettmuskeln können die zerstörten Zellen relativ rasch wieder aufbauen. Der Herzmuskel besitzt diese Fähigkeit nicht und kann deshalb nachhaltig geschädigt werden, wenn er während der Erkrankung belastet wird. Sporttreiben während viralen Infektionen birgt deshalb einerseits die akute Gefahr des plötzlichen Herztodes wegen Herzrhythmusstörungen und andererseits die Möglichkeit der chronischen Schädigung/Zerstörung des Herzmuskels mit massiver körperlicher Schwäche und Invalidität als Folge. Diese Schädigungen des Herzmuskels sind selten, wenn sie aber eintreten, sind sie fast immer gravierend.

Deshalb gilt: Kein Sport während der akuten Erkrankung, wenn dabei Fieber aufgetreten ist, erst nach 7 fieberfreien Tagen das Training wieder aufnehmen.

Karin Kissling, 10. März 2007

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